Chronische Schmerzen sind ein ernsthaftes Problem, das viele Menschen in Deutschland betrifft. Rund ein Viertel der Bevölkerung leidet an Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten. Häufige Beschwerden betreffen vor allem Rücken, Gelenke, Muskulatur und Gliedmaßen. Diese dauerhaften Schmerzen haben nicht nur einen enormen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen, sondern belasten auch das Gesundheitssystem erheblich – mit Kosten von rund zehn Milliarden Euro jährlich. Die Psychotherapiestudie „POINT Pain“ am Campus Landau der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Problematik näher zu beleuchten und Lösungen zu finden.
Nach einem Jahr Laufzeit kann die Studie eine positive Zwischenbilanz ziehen. Über 46 Teilnehmende haben in dieser Zeit bereits an der Untersuchung teilgenommen, was mehr als der Hälfte der angestrebten Gesamtzahl entspricht. Die Studienleiterin Dr. Saskia Scholten berichtet von einer hohen Nachfrage nach psychotherapeutischer Unterstützung. Viele der Teilnehmenden hatten zuvor große Schwierigkeiten, zeitnah einen Therapieplatz zu finden.
Personalisierte Therapie im Fokus
Das Ziel von „POINT Pain“ besteht darin, die Wirksamkeit verschiedener psychotherapeutischer Ansätze bei chronischen Schmerzen zu vergleichen. Dabei geht es nicht nur um die klassische Verhaltenstherapie, sondern auch um personalisierte, datengestützte Behandlungsansätze. Dr. Scholten hebt die Komplexität chronischer Schmerzen hervor und betont, dass inklusive aller Teilnehmenden enge Rückmeldungen zu den therapeutischen Methoden gesammelt werden. Die ersten Rückmeldungen zeigen, dass die Therapie als hilfreich und alltagsnah empfunden wird und die Lebensqualität verbessert.
Teilnehmende durchlaufen sowohl eine standardisierte Verhaltenstherapie als auch eine personalisierte Therapie und werden in ihren Alltag integriert. Unterstützt werden sie dabei von einer App, über die sie Fragebögen beantworten können. Die gesamte Therapie umfasst 17 Sitzungen, die sich über etwa neun Monate erstrecken, und findet sowohl vor Ort in Landau als auch online statt. Einige persönliche Termine in der Universitätsambulanz sind verpflichtend.
Teilnahme und Ausblick
Die Teilnahme an dieser Studie ist kostenfrei, da die Behandlung über die Krankenkassen abgerechnet wird. Teilgenommen werden kann, wenn Betroffene seit mindestens sechs Monaten an chronischen Schmerzen leiden – ausgenommen sind Kopf- oder Migräneschmerzen. Interessierte Erwachsene, die bereit sind, sich psychotherapeutisch behandeln zu lassen und ein Smartphone nutzen, sind herzlich eingeladen, sich zu melden. Die Studie läuft mindestens ein weiteres Jahr, und es besteht die Möglichkeit, dass die Teilnahme die Wartezeit auf einen Therapieplatz erheblich verkürzt.
Für weitere Informationen können sich Interessierte online unter https://tinyurl.com/point-pain informieren oder direkt Kontakt mit dem Studienteam aufnehmen. Telefonisch ist die Studienleitung unter 06341 280-35653 oder per E-Mail unter point-pain@projects.rptu.de erreichbar. Pressekontakt für weitere Anfragen ist Kerstin Theilmann, die unter 06341 280-32219 oder per E-Mail (kerstin.theilmann@rptu.de) zu erreichen ist.