Inklusion ist ein zentrales Thema im Bildungssektor, das nicht nur rechtlich verankert, sondern auch eine erhebliche Herausforderung für Lehrkräfte darstellt. Heute starten die Universitäten Bielefeld und Mainz ein bedeutendes Projekt mit dem Namen DiVa, das mit 1,6 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert wird. Ziel ist es, Lehrkräfte mit innovativen Unterrichtskonzepten zu unterstützen, um Kinder in heterogenen Klassen individuell besser fördern zu können. Dies betrifft sowohl Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf als auch solche ohne besondere Bedürfnisse.
Das DiVa-Projekt, das von einem interdisziplinären Team aus Wissenschaftler*innen der beiden Universitäten sowie der Laborschule Bielefeld getragen wird, setzt auf eine Kombination aus fachlichem und emotional-sozialem Lernen. Insgesamt zwölf Schulen aus Deutschland fungieren als Praxispartner und bringen wertvolle Erfahrungen im Bereich des diversitätssensiblen Unterrichts ein. „Wir werden Unterrichtsstunden videografieren, Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen befragen und Lerngruppen über einen Zeitraum von zwei Jahren begleiten“, erläutert die Projektleitung auf der Webseite der Universität Bielefeld. Die erarbeiteten Ergebnisse sollen als Open Educational Resources (OER) für die Lehrkräftebildung und Schulentwicklung zur Verfügung stehen, um eine nachhaltige Anwendung in der Praxis sicherzustellen.
Einblick in die Entwicklung von Diversität
Die Förderung von Diversität in Bildungssystemen ist nicht nur im Rahmen des DiVa-Projekts von Bedeutung. Im aktuellen Kontext ist auch das Diversitätsbildungspaket zu erwähnen, das im Rahmen von Erasmus+ entwickelt wird, um Fachkräfte in der Jugend- und Erwachsenenbildung weiterzubilden. Es umfasst unter anderem diversitätsbewusstes Lehrmaterial in sieben Sprachen sowie ein Online-Handbuch mit Informationen und Good Practice Beispielen. Dieses Vorhaben zielt darauf ab, eine kultur- und interkulturelle Sensibilität bei Lehrkräften und anderen Akteur*innen der Bildungslandschaft zu schaffen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die intersektionale Perspektive, die die Komplexität von Identitäten und Diskriminierungen anerkennt. Die Notwendigkeit, Barrieren im Bildungssystem abzubauen, wird angesichts der UN-Behindertenrechtskonvention immer dringlicher. Inklusion als Menschenrecht zielt darauf ab, allen Schülerinnen und Schülern gleiche Bildungs- und Teilhabechancen zu bieten, unabhängig von individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen oder Hintergründen, wie auch die Kultusministerkonferenz in ihrer Empfehlung zur inklusiven Bildung von Kindern und Jugendlichen festhält.
Inklusion fördert nicht nur eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung für Vielfalt, sondern trägt auch zur Entwicklung einer gerechten und integrativen Gesellschaft bei. Der Bedarf an diversitätsbewussten Ansätzen und Maßnahmen zur Chancengleichheit im Bildungsbereich wird innerhalb der Bildungslandschaft zunehmend anerkannt.
Die Projektdauer von DiVa erstreckt sich von Oktober 2025 bis September 2028, gefolgt von einer einjährigen Transferphase. Damit wird ein klarer Schritt in Richtung einer inklusiveren Bildung für alle Schülerinnen und Schüler gemacht – ein Schritt, der das Lernen für alle Beteiligten bereichern könnte.
Für weitere Informationen zu den Themen Inklusion und Diversität in der Bildung empfehlen wir einen Blick auf die Quellen: Universität Bielefeld, Erasmus+ sowie Kultusministerkonferenz.



