In den letzten Tagen fand am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld die internationale Workshopreihe „Quantifying and Managing Uncertainty (QUAMU)” statt. Vom 2. bis 13. März 2026 treffen sich Fachleute aus verschiedenen Disziplinen, um neue Methoden zur Messung und zum Management von Unsicherheit zu entwickeln. Über 100 Wissenschaftler:innen, die in den Bereichen Mathematik, Ökonomie, Informatik, Psychologie und Sportwissenschaft tätig sind, kommen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und Lösungen zu erarbeiten.
Doch was treibt die Teilnehmer:innen um? Zentrale Fragestellungen sind die Entscheidungsfindung unter Unsicherheit – sei es durch Menschen, Unternehmen oder sogar durch künstliche Intelligenz. Professor Dr. Frank Riedel, Mitglied des Organisationskomitees und Sprecher des Fokusbereichs QUAMU, betont die Wichtigkeit dieser Themen. „Wie lässt sich Unsicherheit besser messen und verantwortungsvoll handeln?“, so Riedel. Der Workshop bietet zahlreiche Fachvorträge, Paneldiskussionen und Forschungsgruppen, um diese Fragen zu beleuchten.
Austausch und Innovation
Die Workshopreihe ist nicht nur eine Plattform für spezifische Fragestellungen, sondern fördert auch das Miteinander in kleineren Forschungsgruppen. Teilnehmende können in speziellen Austauschformaten und Team-Building-Aktivitäten ihre Ideen und Methoden zur Unsicherheitsbewertung präsentieren. Dies ist entscheidend, da Unsicherheiten ein normaler Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens und auch unseres täglichen Lebens sind, wie die EFSA berichtet.
Ein Beispiel für Unsicherheit findet sich in der Meteorologie, wo Wissenschaftler Satellitenbilder auswerten, um Vorhersagen zu treffen. Jedoch sind diese Vorhersagen selten zu 100% sicher. Stattdessen werden sie oft mit Wahrscheinlichkeiten präsentiert, was die Kommunikation der Informationen an die Öffentlichkeit verbessert. „Eine klare Prozentangabe kann dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden“, sagt ein Wissenschaftler, der an der Unsicherheitsbewertung beteiligt ist.
Vielfältige Themen im Fokus
Innerhalb der Workshopreihe werden verschiedenste Themen behandelt, darunter:
- Versicherungs- und Gesundheitsökonomie: Entscheidungen unter unklaren Risiken
- Maschinelles Lernen und Data Science: Methoden zur Quantifizierung von Unsicherheit
- Finanz- und Klimarisiken: Langfristige Auswirkungen des Klimawandels
- Soziale und politische Dynamiken: Rolle von Reputation oder Information in der Kooperation
- Sportökonomie: Analyse von Unsicherheit in Fußballligen und Wettmärkten
Ein Aspekt, der in der Forschung von großer Bedeutung ist, ist die Unsicherheitsbewertung. Wissenschaftler:innen ermitteln, wie Unsicherheiten ihre Schlussfolgerungen beeinflussen und geben an, ob es mehr als ein mögliches Ergebnis gibt. Dies kann sowohl für die Sicherheit von Lebensmitteln als auch für Risiken im Bereich Gesundheit und Umwelt entscheidend sein. Ein klarer Umgang mit Unsicherheiten hilft nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch im Alltag – Entscheidungen können so besser kalkuliert werden.
Die QUAMU-Workshopreihe hat sich also als wichtiger Katalysator erwiesen, um neue interdisziplinäre Ansätze zu fördern, die das Verständnis und die Handhabung von Unsicherheiten in vielen Lebensbereichen verbessern.