Das Hemdsärmelkolloquium 2026 (HäKo), eine wichtige Plattform für den Austausch über Festkörperforschung, fand in diesem Jahr vom 11. bis 13. März an der Universität Bonn im schönen Stadtteil Poppelsdorf statt. Mit rund 60 Teilnehmenden, die aus den Bereichen Chemie, Physik und Materialwissenschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen, war die 59. Auflage des Kolloquiums ein großes Zusammenkommen von Innovatoren und Forschenden. Die Veranstaltung wurde von Gastgebern und Sponsoren finanziert, sodass die Teilnehmenden lediglich ihre Reisekosten und Unterbringung tragen mussten.

Die Kleiderordnung hat sich seit vergangenem Jahr, als noch Anzug und Krawatte Pflicht waren, deutlich gewandelt. Jetzt ist „hemdsärmlig“, sprich Jeans und Polohemden, angesagt. Dieser entspannte Rahmen fördert einen kollegialen Umgang, bei dem Ideen wichtiger sind als formelle Kleidung. Es ist klar, dass der wissenschaftliche Disput im Zentrum steht. Offene und kritische Diskussionen sind nach jedem Vortrag von fünf bis zehn Minuten vorgesehen, wodurch häufig interdisziplinäre Kooperationen entstehen. Hier zeigt sich, dass der Austausch von Ideen über fundamentale und innovative Ansätze nicht nur gewünscht, sondern aktiv gefördert wird.

Vielfältige Themen und lebhafte Diskussionen

Die Vorträge deckten ein breites Spektrum ab: von Grundlagenforschung über neue Messmethoden bis hin zu praktischen Anwendungen in der Medizin, der Katalyse und den erneuerbaren Energien. Bei der Diskussion der Forschungsarbeiten zeigen sich häufig spannende Perspektiven, sodass selbst anfangs zurückhaltende Studierende und Promovierende es irgendwann wagen, selbst das Rednerpult zu übernehmen. Die genaue Inhalte der Vorträge bleiben oft bis zur Präsentation kryptisch, was für zusätzlichen Spannungsbogen sorgt.

Ein zentraler Beitrag zur Festkörperchemie ist die Röntgenbeugung, ein wichtiges Werkzeug zur Bestimmung der atomaren Struktur und der Eigenschaften von Materialien. Diese Disziplin untersucht feste Stoffe wie Metalle, Keramiken und Halbleiter und damit die komplexen Eigenschaften, die diese Materialien charakterisieren. Forschung in diesem Bereich trägt maßgeblich zur Entwicklung neuer Materialien für Akkus, Solarzellen und andere alltägliche Anwendungen bei.

Eine lebendige Gemeinschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Chemie (GDCh) unterstützt mit ihrer Fachgruppe Festkörperchemie & Materialforschung den wissenschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der Industrie. Diese Gruppe wurde 1963 gegründet und hat heute etwa 950 Mitglieder, darunter viele Studierende und Jungmitglieder, die sich leidenschaftlich für die Materieforschung einsetzen. Sie zeichnet sich durch kreative Synthesen und strukturaufklärende Methoden aus. Die Kombination von Theorie und Experiment, wie die Anwendung der Vielteilchentheorie und Molekulardynamik, ermöglicht es, relevante Fragen der Festkörperchemie zu adressieren und nachhaltige Lösungskonzepte zu entwickeln.

Insgesamt zeigt das HäKo, dass der offene Austausch von wissenschaftlichen Ideen in einem kollegialen Umfeld nicht nur zur Weiterentwicklung einzelner Forschenden beiträgt, sondern auch den Grundstein für künftige Kooperationen und Innovationen legt. Der Schwung, der aus diesen Diskussionen entsteht, ist unübersehbar und lässt auf eine spannende Zukunft in der Festkörperforschung hoffen – da liegt definitiv was an!

Für weitere Informationen zur Veranstaltung können Sie die offiziellen Seiten der Universität Bonn, des HäKo und der GDCh besuchen.