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Eine aktuelle Studie an der Universität Bonn bringt neue Erkenntnisse zur isolierten REM-Schlaf-Verhaltensstörung (iRBD) und deren Verbindung zur Parkinson-Erkrankung. iRBD, eine seltene Schlafstörung, betrifft schätzungsweise 5% der über 60-Jährigen und zeigt sich vor allem bei Männern. Betroffene bewegen sich aktiv im Schlaf, treten, schlagen und erleben lebhafte, oft aggressive Träume. Diese ungewöhnlichen Schlafverhalten gehen auf fehlende Muskelruhe während des REM-Schlafes zurück, was die Störung so gefährlich macht, denn sie gilt als ein klinischer Marker für eine frühe Phase der Parkinson-Erkrankung. Uni Bonn berichtet, dass sich ein Großteil der Betroffenen innerhalb von 10 bis 15 Jahren nach der ersten Diagnose mit Parkinson oder verwandten neurodegenerativen Erkrankungen konfrontiert sieht.

Die Forschung wird von Dr. Michael Sommerauer geleitet, der eine der größten deutschen Studienkohorten zu iRBD am Universitätsklinikum Bonn (UKB) verantwortet. Gemeinsam mit einem internationalen Team untersucht die Studie die klinischen und biologischen Aspekte dieser Erkrankung. Im Rahmen des Projektes, das Neurologie, Environmental Health Sciences und Bioinformatik miteinander verknüpft, werden Blut- und Stuhlproben analysiert. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren wie Umweltchemikalien, Ernährungsgewohnheiten und dem Darmmikrobiom sowie deren Einfluss auf neurodegenerative Veränderungen zu verstehen.

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Diagnose und Behandlung von iRBD

Die Diagnose der REM-Schlaf-Verhaltensstörung erfolgt über verschiedene Methoden. Neben der Befragung der Betroffenen und ihrer Schlafpartner kommen körperlich-neurologische Untersuchungen sowie die Messung von Schlaf- und Muskelaktivität zum Einsatz. Dabei wird über Video-Polysomnographie im Schlaflabor festgestellt, ob die typischen Symptome vorliegen. Es ist wichtig, regelmäßige neurologische Kontrollen in Anspruch zu nehmen, da diese Störung als Vorläuferstadium für Parkinson-Syndrome gilt. Hirnstiftung weist darauf hin, dass in bis zu 80% der Fälle, die innerhalb von 15 Jahren auftreten kann, eine Entwicklung hin zu neurologischen Krankheiten erfolgt.

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Behandlungen gibt es in Form von Medikamenten wie Clonazepam und Melatonin, die helfen, die nächtlichen Bewegungen zu reduzieren. Da eine Heilung der Ursachen neurologischer Erkrankungen nicht möglich ist, liegt der Fokus auf der Symptomsteuerung und der Verbesserung der Lebensqualität. Sicherheitsvorkehrungen sind ebenfalls empfehlenswert, um Verletzungen im Schlaf zu vermeiden, was besonders für die Betroffenen und deren Partner von Bedeutung ist.

Langfristige Ziele der Forschung

Unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy, die den Lehrstuhl für umweltbezogene Wirkmechanismen an der Universität Augsburg innehat, werden die Daten und Proben von rund 300 Teilnehmenden aus mehreren europäischen Zentren analysiert. Langfristig strebt die Forschung an, neue Ansätze zur Prävention und frühzeitigen Intervention bei Parkinson zu entwickeln. Die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren könnte den Verlauf dieser Erkrankung entscheidend beeinflussen. Die Hoffnung der Forscher liegt darin, iRBD und damit auch Parkinson möglicherweise früher zu erkennen und gezielt entgegenzuwirken.