Am 13. April 2026 übergab das Beratungsgremium „KI und Nachhaltigkeit“ seine Handlungsempfehlungen an Bundesumweltminister Carsten Schneider. Das Gremium besteht aus angesehenen internationalen Experten, darunter Prof. Dr. Philipp Hacker von der European New School of Digital Studies. Der Bericht hebt hervor, dass ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in der Künstlichen Intelligenz (KI) Hand in Hand gehen können, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.

Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland setzen vermehrt auf spezialisierte KI-Modelle, die nicht nur effizienter, sondern auch umweltfreundlicher sind. Diese Modelle, wie vorausschauende Instandhaltung und Prozessoptimierung, zeichnen sich durch einen geringeren Energieverbrauch und reduzierte Hardwareanforderungen aus. Die zentralen Empfehlungen des Gremiums umfassen die Förderung solcher Modelle sowie die Dekarbonisierung der digitalen Infrastruktur.

Energieverbrauch der KI und seine Herausforderungen

Blickt man auf die Zahlen, wird die Dringlichkeit dieser Empfehlungen deutlich. Der Energieverbrauch von Rechenzentren für KI-Anwendungen in Europa könnte bis 2030 auf über 150 Terawattstunden ansteigen, was einem nahezu doppelt so hohen Bedarf entspricht, als derzeit. Dies würde rund fünf Prozent des gesamten europäischen Stromverbrauchs ausmachen, ein Anstieg von zwei Prozent. Diese Entwicklung könnte den Klimawandel beschleunigen, sollten die erhöhten Strombedarfe nicht durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Gerade der Großteil des Stroms in den bestehenden Rechenzentren stammt nach wie vor aus fossilen Brennstoffen, was die Notwendigkeit von Reformen unterstreicht.

Ein interessantes Detail ist, dass Google im letzten Jahr einen Anstieg der Treibhausgasemissionen um 13 Prozent auf über 14,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid verzeichnete. Dies wurde hauptsächlich durch den gesteigerten Energieverbrauch der Rechenzentren verursacht. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat Google unter anderem Verträge für den Betrieb kleiner modularer Atomreaktoren unterzeichnet, die 2030 in Kraft treten sollen.

Warum Effizienz alleine nicht genügt

Dennoch sind energieeffizientere Algorithmen und kleinere KI-Modelle vielversprechend, wenn sie nicht zu einer erhöhten Nutzung führen. Dies wird als Jevons-Paradox bezeichnet, nach dem technischen Fortschritt, der die Nutzung eines Rohstoffs effizienter gestaltet, paradox zu einer höheren Gesamt-Nutzung führen kann. Politische Rahmenbedingungen sind daher unabdingbar, um sowohl Effizienz zu fördern als auch klimaschädliche Anwendungen einzudämmen.

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In einer Zeit, in der sich die Zahl der ChatGPT-Nutzer:innen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt hat, wird klar, dass der Rechenaufwand für das Training von KI-Modellen alle fünf Monate zunimmt. Der Ressourcenverbrauch durch KI hat stark zugenommen und übersteigt deutlich den früherer digitaler Anwendungen. Der Greenpeace-Report „Umweltauswirkungen Künstlicher Intelligenz“ beleuchtet die Herausforderungen und bietet wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, um diesen Herausforderungen zu begegnen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Weg zu einer nachhaltigen Nutzung von KI und Digitalisierung klarer wird. Während die Empfehlungen des „KI und Nachhaltigkeit“-Gremiums auf den richtigen Weg weisen, bedarf es zusätzlicher Anstrengungen, um einen echten Wandel zur umweltfreundlicheren Digitalisierung zu erreichen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie die vollständigen Berichte bei Europa-Universität, Tagesschau und Greenpeace.