Die medizinische Forschung in Deutschland steht vor einem bedeutenden Wandel: Am Medizinstandort Gießen wird nun gezielt an der Förderung von Ärztinnen und Ärzten gearbeitet, um ihre wissenschaftliche Arbeit zu unterstützen. Wie die Universität Gießen berichtet, stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) dafür satte 12 Millionen Euro für das neue Advanced Clinician Scientist Programm JLU-LIFT bereit. Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll die Förderung eine nachhaltige Stärkung der klinisch-wissenschaftlichen Karrierewege ermöglichen.
Die Startphase von JLU-LIFT, die von Februar 2026 bis Juli 2028 läuft, erhält bereits 1,9 Millionen Euro. Das Programm zielt darauf ab, qualifizierten Klinikerinnen und Klinikern die Möglichkeit zu geben, eigene Forschungsgruppen zu gründen und gleichzeitig ihre medizinische Karriere voranzutreiben. Auf diese Weise wird eine wichtige Lücke zwischen der Facharztausbildung und der wissenschaftlichen Unabhängigkeit geschlossen.
Forschungsschwerpunkte
Ein besonderer Fokus von JLU-LIFT liegt auf aktuellen und relevanten Themen wie:
- Imbalanced Inflammation and Infection
- Fibrotic Repair and Remodeling
- Cancer Evolution and Progression
Diese Schwerpunkte wurden bewusst gewählt, um den Herausforderungen in der modernen Medizin gerecht zu werden und innovative Ansätze zu fördern. Der Fachbereich Medizin profitiert durch die Stärkung seines wissenschaftlichen Profils, was Prof. Dr. Jürgen Lohmeyer besonders hervorhebt.
Erweiterte Förderinitiativen
Die Details und Ziele des Programms sind klar umrissen. Laut Informationen vom BMFTR liegt es im Interesse, die klinische Forschung in Deutschland zu stärken und die Karriereperspektiven für forschende Ärztinnen und Ärzte zu verbessern. Geplant sind bis zu 100 Advanced Clinician Scientist-Stellen, die ideale Rahmenbedingungen für Forschung und Patientenversorgung schaffen sollen.
Mit einem jährlichen Zuschuss von bis zu 135.000 Euro pro Stelle und einem Zuwendungszeitraum von fünf Jahren – mit der Option auf Verlängerung – wird hier ein langfristiger Ansatz verfolgt. Das zweistufige Antragsverfahren zur Umsetzung dieser Förderangebote beginnt mit der Einreichung von Projektskizzen bis zum 28. November 2024.
Karriereförderung neu gedacht
Die Initiative schließt perfekt an bestehende Programme wie JLU-TRAINEE und JLU-CAREER an, die ebenfalls unter der Beteiligung von Experten, darunter Prof. Dr. Till Acker und Prof. Dr. Susanne Herold, entwickelt wurden. Hierdurch wird ein durchgängiger Karriereweg für angehende Wissenschaftler geschaffen. Die enge Partnerschaft zwischen dem Universitätsklinikum und dem Fachbereich Medizin, wie sie von Prof. Dr. Hossein-Ardeschir Ghofrani betont wird, ist ein weiterer Schlüssel zum Erfolg.
Zusammengefasst lässt sich sagen: JLU-LIFT stellt einen entscheidenden Schritt in der Karriereförderung von klinischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dar. Mit dieser Investition in die Zukunft wird nicht nur ein wichtiges Signal gesetzt, sondern auch ein nachhaltiger Beitrag zur Innovationskraft der medizinischen Forschung geleistet. Weitere Informationen zu Förderinitiativen für Clinician Scientists finden Interessierte auf der Website der DFG.