Wissenschaft macht Fortschritte und das auf höchstem Niveau: Bereits heute hat der Europäische Forschungsrat (ERC einem Spitzenforschenden der Leibniz Universität Hannover seine Anerkennung ausgesprochen. Prof. Dr. Antonio Calà Lesina, der das Team „Computational Photonics“ am Hannover Centre for Optical Technologies (HOT) leitet, wurde mit dem begehrten ERC Consolidator Grant ausgezeichnet. Dieser prestigeträchtige Preis ist ein Zeichen für die hohe Forschungskompetenz in Europa und wird nur an etwa 11 % der Bewerbungen vergeben, was ihn besonders wertvoll macht.
Mit einer Fördersumme von bis zu 2 Millionen Euro wird Calà Lesina ein bahnbrechendes Projekt namens „TEMPORE: Time-varying Metaphotonics via Reverse Engineering“ durchführen. Dieses Projekt zielt darauf ab, neuartige Materialien in der Nanophotonik so zu gestalten, dass sie dynamische und nichtlineare Eigenschaften aufweisen. Ein zentrales Ziel besteht darin, Licht ultraschnell steuern zu können, was eine Revolution in der reprogrammierbaren nanophotonischen Hardware darstellen könnte.
Blick auf das Projekt TEMPORE
Aber was genau heißt das für die Zukunft? Die Entwicklung von dynamisch modulierbaren optischen Metamaterialien könnte herkömmliche statische Materialien erheblich übertreffen. Prof. Calà Lesina verfolgt dabei den innovativen Ansatz, optische Geräte zu schaffen, die durch Lichtsignale aktiviert werden. Diese multifunktionalen Systeme sind nicht nur für die Nanophotonik von Bedeutung, sondern haben auch das Potenzial, die Stadtarchitektur zu inspirieren.
Zur Umsetzung der ambitionierten Ziele von TEMPORE wird eine Kombination aus rechnergestützter Elektrodynamik, zeitbereichsinverser Gestaltung und großen Simulationen eingesetzt. Diese interdisziplinäre Herangehensweise kann als ein Paradebeispiel für die an der Universität Hannover geförderte Innovationskraft gesehen werden.
Ein Blick über den Tellerrand
Es wird nicht nur Calà Lesina sein, der von dieser Förderung profitieren könnte. Insgesamt arbeiten 22 ERC-geförderte Wissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover, und der Exzellenzcluster PhoenixD, dem die Forschenden angehören, hat bereits seit 2019 mehrere solcher Grants erhalten. Kooperationen mit Institutionen wie der Technischen Universität Braunschweig und dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik stärken die Forschungsgemeinschaft weiter.
Die ERC Consolidator Grants sind darauf ausgelegt, talentierte Wissenschaftler mit 7 bis 12 Jahren Erfahrung nach ihrer Promotion zu unterstützen. Bewerbungen sind in allen wissenschaftlichen Bereichen möglich, wobei die Anträge auf einem „Bottom-up“-Ansatz basieren. Das bedeutet, dass es keine vorgegebenen Prioritäten gibt – was die Kreativität der Forschungsprojekte zusätzlich anregt. Bis zu 1 Million Euro können zusätzlich für förderfähige Kosten beantragt werden, was finanziellen Spielraum für innovative Ideen schafft.
Ein solches Projekt hat das Potenzial, nicht nur die Nanophotonik, sondern auch benachbarte Disziplinen voranzubringen und ist ein weiterer Beweis für die Wichtigkeit von Forschung und Entwicklung in Europa. Wo Licht im Spiel ist, zeigt sich oft auch die Macht der Wissenschaft.