Landwirtschaftsminister Alois Rainer hat am 17. März 2026 einen Förderbescheid über 1,5 Millionen Euro an die Universität Hohenheim und das Max Rubner-Institut übergeben. Diese Förderung dient dem Forschungsprojekt „FutureWheat“, das sich auf die Entwicklung von klimafreundlicherem Backweizen konzentriert, ohne dabei die Qualität der Produkte zu beeinträchtigen. Mit einem Anbau von rund drei Millionen Hektar in Deutschland ist Weizen die wichtigste Getreideart für Brot und Backwaren und steht daher im Fokus dieser wissenschaftlichen Bemühungen. Das Projekt wird von einem interdisziplinären Team aus Wissenschaftlern, Landwirten und Akteuren aus der Mühlen- und Backindustrie getragen. Hohenheim berichtet, dass das Forschungsvorhaben am 1. Mai 2026 beginnt und eine Laufzeit von 36 Monaten hat.
Das anhaltende Problem des Klimawandels, verbunden mit Anforderungen zur Reduktion von Stickstoffdüngung, hat zu erheblichen Ertrags- und Qualitätschwankungen im Weizenanbau geführt. Die Wissenschaftler des Projekts setzen sich zum Ziel, die Stickstoffdüngung zu senken, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dies geschieht im Einklang mit einer Erklärung, die 2024 von Vertretern der gesamten Wertschöpfungskette Backweizen zur Senkung von Emissionen unterzeichnet wurde. Dabei ist es wichtig, effizientere Weizensorten zu identifizieren, die unter verschiedenen Umweltbedingungen gedeihen können.
Klimaschutz durch moderne Technologien
Der Fokus von „FutureWheat“ liegt nicht nur auf der Anpassung der Sorten an regionale Gegebenheiten, sondern auch auf der Verbesserung der Bewertung der Backqualität. So werden neuartige Tests entwickelt, die nicht nur den Proteingehalt, sondern auch die Stärkeeigenschaften von Teigen berücksichtigen. Durch moderne Sensorik und den Einsatz von künstlicher Intelligenz sollen die Tests für die Kornqualität beschleunigt werden. Hierdurch wird ein direkter Einfluss auf die Nahrungsmittelqualität angestrebt, was für Verbraucher von großer Bedeutung ist.
Ein weiterer bedeutender Schritt in der Richtung der klimafreundlichen Landwirtschaft wird im Rahmen eines anderen Projekts unternommen, das von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir initiiert wurde. Am 19. September 2024 erhielt das Verbundprojekt MAGIC-KlimaBack einen Förderbescheid über rund 1,1 Millionen Euro. Ziel dieses Projektes ist es, neue, proteineffiziente Weizensorten mit hoher Backqualität zu entwickeln, die den Anforderungen des Klimaschutzes im Ackerbau gerecht werden. Auch hier wird der Anbau von Weizen betrachtet, der etwa 25 Prozent der Ackerfläche in Deutschland einnimmt. Ein Drittel des geernteten Weizens wird als Backweizen verwendet, was ihn besonders relevant macht für verschiedene Forschungsprojekte, wie Julius Kühn berichtet.
Erfolge und Herausforderungen in der Landwirtschaft
Die Bestrebungen in der Landwirtschaft, insbesondere beim Weizenanbau, zeigen bereits positive Ansätze. Laut dem Klimaschutzbericht der Bundesregierung übertrifft die Landwirtschaft die Reduktionsziele des Klimaschutzgesetzes aus dem Jahr 2024 um mehr als fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Dies ist vor allem auf Effizienzsteigerungen bei Düngung und Tierhaltung zurückzuführen, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) bestätigt. Der DBV hebt hervor, dass trotz der Erfolge der Rückgang der Tierbestände als Problem erkannt wird, welches langfristig nicht aufrechterhalten werden kann.
In Anbetracht der Herausforderungen des Klimawandels und den Erwartungen der Verbraucher sind die Bemühungen um nachhaltige Landwirtschaft umso wichtiger. Projekte wie „FutureWheat“ und MAGIC-KlimaBack sind daher unerlässlich, um die Weizenproduktion zukunftsfähig zu gestalten und den Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht zu werden.



