In einer Zeit, in der digitale Technologien die Alltagspraxis und das Bildungswesen nachhaltig verändern, haben mehrere deutsche Hochschulen ihr Engagement verstärkt, um die digitale Transformation in der Ausbildung von Wirtschaftslehrkräften voranzutreiben. Am 5. März 2026 wurde angekündigt, dass ein Verbund von Hochschulen zahlreiche digitale Fortbildungsangebote für Wirtschaftslehrkräfte bereitstellt, die gezielt darauf abzielen, diesen im Unterricht neue digitale Perspektiven zu eröffnen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung interaktiver und praxisnaher Lernumgebungen.
Diese Initiative umfasst insgesamt 14 Teilprojekte, die darauf abzielen, neue digitale Lernformate zu entwickeln und zu erproben. Zu den besonders hervorzuhebenden Angeboten gehört das Projekt **Branching Scenarios**, das an der Universität Kassel realisiert wurde. Hierbei handelt es sich um interaktive Lernszenarien, die sich um Themen wie Zahlungsverzug und Kulanzentscheidungen drehen. Ebenso interessant ist die **LUCAOffice**-Bürosimulation von der Universität Mannheim, die realitätsnahe Arbeitssituationen für den kaufmännischen Unterricht aufbereitet. Die Integration digitaler ökonomischer Experimente wird durch das IÖB Oldenburg vorangetrieben, und die Eberhard Karls Universität Tübingen bietet Fortbildungen zur Nutzung und Erstellung von Erklärvideos zu Subventionen an. Der **KIWI-MOOC**, ein Online-Selbstlernkurs zur Förderung von Kompetenzen im Bereich Künstliche Intelligenz, wird gemeinsam von der Universität Leipzig und der PH Schwäbisch Gmünd begleitet.
Die Rolle der Künstlichen Intelligenz
Die Förderung von KI-Kompetenzen ist ein wesentlicher Bestandteil der Bildungsstrategie. Künstliche Intelligenz erobert zunehmend das Bildungssystem und hat das Potenzial, Lehrmethoden völlig zu transformieren. Laut dem Hochschulforum Digitalisierung ermöglicht KI nicht nur eine effizientere Verarbeitung von Informationen, sondern trägt auch dazu bei, Lernprozesse individuell anzupassen. KI-Systeme sind in der Lage, Muster zu erkennen und selbstständig dazuzulernen, was sie zu einem wertvollen Werkzeug für authentisches Lernen macht.
Das Konzept der Individualisierung, Flexibilität und Mobilität im Bildungssektor wird durch solche digitalen Technologien, einschließlich KI, maßgeblich gestärkt. Diese Digitalisierung hat das Potenzial, Hochschulbildung offener und gerechter zu machen, was auch die Bund-Länder-Initiative KI in der Hochschulbildung verdeutlicht. Das Projekt fördert die Entwicklung von KI-Kompetenzen und wird von einigem finanziellen Volumen unterstützt: 130 Millionen Euro fließen in 54 Vorhaben, darunter auch 40 Einzelprojekte, die eng mit Hochschulen zusammenarbeiten.
Nachhaltigkeit der Angebote
Ein zentrales Anliegen der initiierenden Hochschulen ist, dass die entwickelten Angebote auch nach dem Projektabschluss weiterhin verfügbar bleiben. Diese digitalen Lernmaterialien stehen kostenfrei als Open Educational Resources über Plattformen wie ComPleTT, HubbS, WirLernenOnline und Zenodo zur Verfügung. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis wird dabei von Prof. Dr. Jens Klusmeyer, einem der Projektverantwortlichen, als besonders wichtig erachtet. Er betont, dass nur durch einen dynamischen Dialog zwischen diesen Bereichen die digitale Transformation erfolgreich gelingen kann.
Die Informationen über die Hochschulevents sowie die aufgezeichneten Ringvorlesungen können über die Links unter @woerld_house | Linktree abgerufen werden. Bei Fragen steht Prof. Klusmeyer per E-Mail unter klusmeyer[at]uni-kassel[dot]de zur Verfügung. Die digitale Transformation in der Wirtschaftslehrkräftebildung hat begonnen, und die nächsten Schritte versprechen, eine spannende Weiterentwicklung der Lehrmethoden und des Lernens in der Wirtschaftsausbildung zu sein.