Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat gestern ein neues, vielversprechendes Programm ins Leben gerufen, das die Forschung zu altersassoziierten Erkrankungen vorantreiben soll. Die Förderung in Höhe von 11,8 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren konzentriert sich auf die Ausbildung und Unterstützung von jungen Wissenschaftler*innen in der Medizin. Für die Umsetzung dieser Initiative hat das BMFTR die Universität zu Köln ausgewählt, die mit ihrer medizinischen Fakultät das Advanced Cologne Clinician Scientist Program (AdCCSP) ins Leben ruft.
Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Esther von Stebut, Prodekanin für Wissenschaft & Transfer der Medizinischen Fakultät und Direktorin der Dermatologie und Venerologie an der Uniklinik Köln, zielt das Programm darauf ab, zwölf exzellente Fachärzt*innen als Fellows zu gewinnen. Diese sollen innerhalb der ersten vier Jahre rekrutiert werden, um künftig in einem strukturierten Curriculum ihre wissenschaftlichen und klinischen Fähigkeiten zu vertiefen. Jeder Fellow erhält ein beträchtliches Gehalt von 135.000 Euro jährlich, sowie Unterstützung durch zusätzliches Personal und Sachmittel für eine geschützte Forschungszeit von 50 Prozent.
Herausforderungen und Maßnahmen
Das AdCCSP trägt den speziellen Bedürfnissen klinisch und wissenschaftlich tätiger Ärzt*innen Rechnung, die oft mit der Herausforderung kämpfen, Forschung und klinische Tätigkeit miteinander zu vereinbaren. Auch die Balance zwischen Familie und Beruf ist für viele eine große Hürde. Das Programm verfolgt deshalb mehrere Ziele: Es bietet Ärztinnen und Ärzten mit abgeschlossener Facharztausbildung Möglichkeiten zur gleichzeitigen Arbeit in Kliniken und der Forschung. Die Initiative fördert ein exzellentes Forschungsumfeld und stellt geschützte Forschungszeiten zur Verfügung. Zudem wird Wert auf Chancengerechtigkeit und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelegt, um Nachwuchswissenschaftler*innen nachhaltig in ihren Karrierewegen zu unterstützen.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem:
- Strukturiertes Curriculum zur Förderung von (Sub-)Spezialisierung
- Wissenschaftlichem Fortschritt und Unabhängigkeit
- Integration in akademische Strukturen und Netzwerke
- Klinisches und wissenschaftliches Mentoring
Langfristige Perspektiven für Wissenschafter*innen
Zusätzlich zu den finanziellen Anreizen und der strukturellen Unterstützung zielt das AdCCSP auch darauf ab, den Fellows attraktive Karriereperspektiven zu bieten. Nach einer erfolgreichen Zwischenevaluation nach 2,5 Jahren besteht die Möglichkeit, das Programm für weitere drei Jahre fortzusetzen und den Teilnehmenden eine unbefristete Stelle als Oberärztin oder Oberarzt mit außerplanmäßiger Professur anzubieten. Am Ende des Programms stehen die Bedingungen, die den Fellows helfen sollen, wissenschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen, weiterhin im Fokus.
Mit dieser Initiative setzt die Medizinische Fakultät der Universität zu Köln ihre Strategie fort, forschungsaffine Mediziner*innen gezielt auszubilden und zu fördern. Die erste Ausschreibung für Bewerbungen wird bis Mitte 2026 erwartet. In einer Zeit, in der die Herausforderungen in der medizinischen Forschung stetig wachsen, ist das Advanced Cologne Clinician Scientist Program ein Schritt in die richtige Richtung, um qualifizierte Wissenschaftler*innen langfristig in der Forschung zu halten und sie auf ihre Laufbahn in der Medizin vorzubereiten.
Weitere Informationen zu diesem innovativen Programm können auf den folgenden Seiten nachgelesen werden: Medizinische Fakultät Köln und Gesundheitsforschung BMFTR.