Im Januar 2026 besuchte eine Delegation aus Odessa, der Partnerstadt von Mainz, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Bei diesem Besuch wurden bedeutende Gespräche über die aktuelle Lage in Odessa und die Vertiefung der Städtepartnerschaft geführt. Besonders eindrucksvoll waren die Berichte über die verheerenden Auswirkungen des Krieges, unter anderem das Problem des feinen Glasstaubs, der aus zerstörten Gebäuden stammt und die IT-Geräte erheblich schädigt. Diese Herausforderungen machten deutlich, dass ein Handlungsbedarf besteht, um die IT-Infrastruktur in Odessa zu unterstützen.
Aus diesen Überlegungen heraus entstand die Idee, ältere PCs der JGU als hilfreiche Backup-Lösung für die Universitäten in Odessa bereitzustellen. Nach eingehender Prüfung wurden 50 stationäre PCs ausgewählt, die nun auf dem Weg in die Ukraine sind. Organisiert wird der Transport durch die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft (DUG-WW), die dabei von lokalen Vereinen und der Stadt Mainz unterstützt wird. Der Transporter, der für diese Initiative genutzt wird, konnte durch private Spendenmittel angeschafft werden und wird nach der Lieferung einer Minenräumeinheit zur Verfügung stehen. „Wir müssen helfen, die Situation in der Ukraine zu verbessern“, betont Lukas Augustin, Präsident der DUG-WW.
Helfen und Unterstützen
Die Bedeutung solcher Spendeninitiativen wird auch von Oberbürgermeister Nino Haase hervorgehoben. Er sieht in der Unterstützung für Odessa nicht nur eine humanitäre Verpflichtung, sondern auch eine Möglichkeit, die Beziehungen zwischen Mainz und Odessa zu festigen. Die DUG-WW organisiert derzeit zudem eine laufende Spendenaktion für humanitäre Zwecke in der Ukraine, die als Antwort auf die akuten Bedürfnisse vor Ort betrachtet wird.
Die Zusammenarbeit zwischen den Städten Mainz und Odessa wird auch durch den im Dezember 2023 gegründeten Partnerschaftsverein Mainz – Odessa gestützt, der darauf abzielt, die Beziehungen zwischen den beiden Städten zu unterstützen und zu vertiefen. In diesem Kontext ist es wichtig zu erwähnen, dass nicht nur die Universitäten auf Hilfe angewiesen sind, sondern auch kommunale Betreiber in der Ukraine, die aufgrund des Krieges mit erheblichen Schwierigkeiten kämpfen, um öffentliche Güter und Dienstleistungen bereitzustellen. Die infrastrukturellen Herausforderungen erstrecken sich auf viele Bereiche, in denen deutsche Partner dabei unterstützen.
Der Austausch zwischen kommunalen Unternehmen in Deutschland und der Ukraine wird nicht nur durch persönliche Initiativen, wie die Spenden von PCs, gefördert. Es gibt auch größere Projekte, die darauf abzielen, nachhaltige Betreiberpartnerschaften als Teil der Entwicklungszusammenarbeit zu etablieren. Die Betreiberplattform, die 30 Partnerschaften zwischen deutschen Unternehmen und Betreibern in der Ukraine und anderen Ländern betreut, legt den Fokus auf technische Beratung, Austausch zu Unternehmensführung und den Austausch von Technik, insbesondere in den Bereichen Wasser- und Abfallwirtschaft.
In einer Zeit, in der der Klimawandel und die Digitalisierung große Herausforderungen darstellen, ist die Stärkung dieser Partnerschaften entscheidend. Der Logistikpartner „Go Local“ transportiert beispielsweise auch Güter, die im Rahmen von Solidaritätspartnerschaften für ukrainische Unternehmen beschafft werden. Diese Initiativen sind nicht nur wichtig für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur in der Ukraine, sondern ebenfalls für die langfristige Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Ländern, bei denen die Unterstützung des ordnungsgemäßen Betriebs von Unternehmen im Vordergrund steht.
Wie wir sehen, gibt es vielfältige Wege der Hilfe und Unterstützung, die sowohl direkte Spendenmaßnahmen als auch langfristige Partnerschaften beinhalten. Mainz und Odessa setzen sich gemeinsam dafür ein, dass die Städtepartnerschaft in diesen schwierigen Zeiten trotz der Herausforderungen stark bleibt.
Für weitere Informationen und um die laufenden Projekte zu unterstützen, kann man die Seiten von Mainz Press und GIZ besuchen.



