Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil unseres Alltags – sei es beim Planen von Urlaubsreisen oder in Anwendungen wie ChatGPT. Doch was passiert, wenn KI über Leben und Tod entscheidet, beispielsweise in Triage-Situationen oder bei der Kreditvergabe? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines Bargesprächs mit der Juniorprofessorin für Öffentliches Recht an der Universität Mannheim, Behrendt, das am 9. April 2026 von 18 bis 19 Uhr im Café Bunya in Mannheim stattfindet. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessierte erhalten weitere Informationen auf der Universitätswebsite.
Behrendts Forschung konzentriert sich auf zentrale Themen wie Demokratie, Autonomie und die Auswirkungen der Digitalisierung. Insbesondere interessieren sie die rechtlichen Fragestellungen rund um den Einsatz von KI und deren Rechtskonformität. Die Herausforderung, eine neutrale Datengrundlage sicherzustellen und alle Menschen gleich zu behandeln, bleibt dabei evident.
Triage und KI: Eine neue Ära in der Notfallmedizin
In der Medizin gewinnt KI zunehmend an Bedeutung, besonders in Notaufnahmen, die mit einer Überflutung von Patienten, begrenzten Ressourcen und Personalmangel konfrontiert sind. Herkömmliche Triage-Systeme wie der Emergency Severity Index basieren oft auf subjektiven Einschätzungen, die in der aktuellen Situation oft nicht ausreichen. KI-gestützte Triage-Systeme hingegen automatisieren die Priorisierung von Patienten und nutzen Echtzeit-Daten aus Vitalzeichen und Symptomen, um schnellere und objektivere Entscheidungsprozesse zu unterstützen. So konnten Studien zeigen, dass die Wartezeiten um bis zu 30 % und die Behandlungszeiten um 20 % verkürzt werden.
Auf dem 17. Intensiv-Update-Seminar berichtete Prof. Dr. Uwe Janssens über die positiven Aspekte dieser Systeme: Sie bieten nicht nur schnellere medizinische Entscheidungen, sondern entlasten auch das Personal erheblich. Zudem helfen sie bei der Erkennung plötzlicher Veränderungen in den Vitalzeichen, was in Notfällen lebensrettend sein kann. Dank natürlicher Sprachverarbeitung können selbst unstrukturierte Daten wie Patientenbeschwerden effizient verarbeitet werden.
Herausforderungen bei der Implementierung
Trotz der Vorteile stehen KI-gestützte Systeme auch vor Herausforderungen: Die Qualität und Vollständigkeit der zugrundeliegenden Daten sind entscheidend. Algorithmische Verzerrungen könnten bestehende Ungleichheiten verstärken, während die mangelnde Transparenz der Algorithmen Fragen zur Haftung und Verantwortung aufwirft. Die Klärung, wer bei Fehlentscheidungen zur Rechenschaft gezogen wird – sei es der Arzt, das Krankenhaus oder der Hersteller des KI-Systems – bleibt ein zentrales Anliegen in der Debatte.
Um das Patientenmanagement weiter zu optimieren, präsentieren die neuesten Technologien auf dem 131. Kongress der DGIM innovative KI-gestützte Lösungen, wie das System **DokPro** am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Dieses System übernimmt die strukturierte Erhebung von Patientendaten und generiert automatisierte Berichte für das Krankenhausinformationssystem. Auch Kommunikationsroboter, die den Self-Check-In unterstützen und Vitalparameter messen, werden immer verbreiteter.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI nicht nur das Gesundheitswesen revolutioniert, sondern auch viele rechtliche und ethische Fragen aufwirft. Das Bargespräch von Behrendt bietet eine Plattform, um über diese spannenden Themen zu diskutieren und mögliche Lösungen zu erörtern. Die Teilnehmenden dürfen sich auf einen anregenden Austausch freuen.