Im Schatten der Krebsforschung ist ein Lichtblick zu erkennen: Dr. Niklas Gremke, ein engagierter Mediziner an der Philipps-Universität Marburg, wurde mit dem MarBiNa-Förderpreis ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Zentrum für Synthetische Mikrobiologie (Synmikro) statt, wo der Preis in Höhe von 5000 Euro für seine bahnbrechenden Entdeckungen über resistente Krebszellen verliehen wurde. Gremke ist der erste Mediziner, der in den Genuss dieser Auszeichnung kommt. Er hat einen potentiellen Hebel entdeckt, um therapieresistente Tumoren wirkungsvoll zu bekämpfen.
Gremkes Forschung konzentriert sich auf Lungentumore, die sich als äußerst resistent gegen gängige Behandlungen erwiesen haben. Doch das macht ihn nicht kleinlaut. Seit 2019 ist er an der Universitäts-Frauenklinik tätig und hat eine eigene Nachwuchsgruppe gegründet, die sich explizit mit der Untersuchung der Mechanismen von Therapieresistenzen bei Brustkrebs auseinandersetzt. Ein markanter Punkt in seiner Forschung ist die Entdeckung, dass die resistenten Tumorzellen einen bestimmten intrazellulären Schalter, den sogenannten mTOR-Signalweg, aktivieren. Dies gibt den Zellen nicht nur eine neue Energiequelle, sondern macht sie auch besonders empfindlich gegenüber Wirkstoffen, die den Energiestoffwechsel stören, wie zum Beispiel Metformin.
Wie ein früherer Bericht zeigt, stellen die Forscher aus Marburg fest, dass resistente Tumorzellen Schwachstellen in ihrem Energiestoffwechsel offenbaren. Diese Zellen passen sich an und werden abhängig von spezifischen Energieprozessen, was bedeutet, dass eine Störung des Energiestoffwechsels erheblichen Stress und im besten Fall programmierten Zelltod auslösen kann. Diese Erkenntnisse sind ein Schritt in Richtung einer personalisierten Krebsmedizin, die maßgeschneiderte Therapien für individuelle Tumoreigenschaften fördern könnte.
Was genau ist der mTOR-Signalweg? Laut der Deutschen Longevity-Gesellschaft reguliert dieser Signalweg das zelluläre Gleichgewicht zwischen Wachstum, Stoffwechsel und Autophagie. Eine chronische Überaktivierung des mTOR-Signalweges wird mit verschiedenen Stoffwechselkrankheiten, Krebs und beschleunigtem Altern in Verbindung gebracht. Für Gremke und sein Team stellt die Störung des mTOR-Signalweges eine neuartige Therapieoption dar, da die durch die Medikamente induzierte metabolische Stressreaktion bekanntermaßen zum Zellsterben führen kann.
Mit seiner umfassenden Untersuchung von 1100 Gewebeproben, die Hinweise auf Reaktionen auf die Therapie liefern, plant Gremke, klinische Studien durchzuführen. Er verfolgt das Ziel, als „forschender Arzt“ zu agieren und eine Brücke zwischen klinischer Praxis und grundlegender Forschung zu schlagen. Diese neue Ära in der Krebsbehandlung könnte bedeuten, dass Tumoren mit aktiven mTOR-Signalwegen und gestörter Autophagie gezielt ins Visier genommen werden – eine vielversprechende Perspektive für die Krebstherapie.
Die Entwicklungen rund um Dr. Niklas Gremke und seine Nachwuchsgruppe bieten nicht nur Hoffnung für viele Betroffene, sondern auch einen vielversprechenden Ansatz in der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Fortschritte er und sein Team in naher Zukunft machen werden.