Am 13. März 2026 findet an der Universität Münster die Tagung „Demokratiebildung als Auftrag für die Hochschullehre?” statt. Diese Veranstaltung wird von der Universität Münster, der German U15 und der Stiftung Innovation in der Hochschullehre organisiert und gehört zum zehnten German U15-Dialog zur Lehre. Erwartet werden fünf Experten, die sich mit der Rolle der Hochschulen in der Demokratiebildung beschäftigen und Strategien sowie Beispiele zur Stärkung demokratischer Kompetenzen vorstellen.

In einer Zeit, in der westliche Demokratien auf zahlreiche Herausforderungen stoßen – sei es durch sozioökonomische Ungleichheiten, migrationsbedingte Verunsicherungen, den Klimawandel oder geopolitische Konflikte – wird die Bildung in diesem Kontext immer bedeutender. Die Hochschulen stehen in der Verantwortung, Demokratiebildung aktiv zu fördern und zu thematisieren. Laut TU Braunschweig werden Hochschulen als Orte für freie Rede und Analyse gesellschaftlicher Prozesse wahrgenommen, und sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Analyse und Verbesserung sozialer Strukturen.

Expertise für die Demokratiebildung

Die Experten wurden um ihre Meinungen gebeten, wie Demokratiebildung in der Hochschullehre gestaltet werden kann, ohne zu belehrend oder aufdringlich zu wirken. Prof. Dr. Ulrike Weyland von der Universität Münster betont, dass gute Lehre offene Diskursräume fördern sollte und die Verantwortung sowie Mitgestaltung der Studierenden für die Demokratiebildung von zentraler Bedeutung sind.

Ein weiterer Gedanke kommt von Privatdozentin Dr. Britta Behm von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die darauf hinweist, dass Demokratiebildung Empathie, gesellschaftliche Entscheidungen und Mut umfasst. Sie schlägt vor, dies curricular und fächerübergreifend anzubieten, idealerweise in einem demokratischen Hochschulumfeld. Auch Prof. Dr. Nils Neuber von der Universität Münster sieht im Sport ein Forum zur Förderung demokratischer Handlungskompetenzen bei Jugendlichen und fordert, dass die Hochschullehre praktische Erfahrungen mit demokratischen Prozessen reflektieren sollte.

Gemeinsam für kritisches Denken

Zusätzlich weist Prof. Dr. Roger Erb von der Goethe-Universität Frankfurt darauf hin, wie wichtig es ist, dass Diskussionen an Hochschulen gezielt Demokratiekompetenzen fördern. Wissenschaftskommunikation und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Argumentationsformen sind dabei von essenzieller Bedeutung. Erik Becker von German U15 hebt hervor, dass Demokratiebildung kritisches Denken und die Fähigkeit zur Prüfung von Argumenten fördert. Räume, in denen wissenschaftliche Standards und unterschiedliche Perspektiven diskutiert werden, sind hierfür notwendig.

Die Tagung an der Universität Münster zielt darauf ab, gute Praktiken sichtbar zu machen, strategische Impulse zu setzen und Netzwerke zu fördern. Dies ist besonders wichtig in Zeiten, in denen die Demokratie in vielerlei Hinsicht auf die Probe gestellt wird. Hochschulen sind gefordert, aktiv zu werden und Demokratiebildung in ihre Lehrangebote zu integrieren. Der Bildungsserver bietet dabei hilfreiche Informationen und Ressourcen zu Partizipation und Rassismuskritik, die Hochschulen unterstützen können, sich gegen Diskriminierung einzusetzen und das demokratische Bewusstsein zu stärken.

In diesen dynamischen Zeiten ist klar, dass die Hochschulen zwar eine Herausforderung darstellen, aber gleichzeitig auch eine große Chance bieten, die Demokratie mit Leben zu füllen und die nächste Generation auf die Bedeutung einer aktiven Teilhabe an der Gesellschaft vorzubereiten.