Um die Geheimnisse der Fettmoleküle zu entschlüsseln, hat ein interdisziplinäres Team von Forscher:innen der Universität Osnabrück und der Universität Fribourg ein spannendes Projekt ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Florian Fröhlich und Prof. Stefano Vanni wird untersucht, wie Zellen Fettsäuren aktivieren und verarbeiten. Diese Grundbausteine von Lipiden sind entscheidend für die Gesundheit und haben einen wesentlichen Einfluss auf Prozesse im Fettgewebe, Nervenzellen und auch im Gehirn.
Fette und fette Öle, die aus Glycerin und langkettigen Fettsäuren bestehen, sind nicht nur für die menschliche Ernährung wichtig, sondern spielen auch eine zentrale Rolle in biologischen Prozessen. Während gesättigte Fettsäuren durch Einfachbindungen gekennzeichnet sind, haben ungesättigte Fettsäuren zusätzliche Doppelbindungen, die die Struktur und Eigenschaften dieser Moleküle beeinflussen. Der Unterschied zwischen festen Fetten bei Raumtemperatur und flüssigen Ölen ist auf die Art der Fettsäuren zurückzuführen, die in diesen Produkten vorkommen, wie schullv.de erläutert.
Neueste Erkenntnisse aus der Forschung zeigen, dass es noch viele offene Fragen darüber gibt, wie die Zellen Fettmoleküle verarbeiten. „Es gibt wenig Wissen darüber, wie Zellen Fettsäuren aktivieren und verarbeiten“, merkt Prof. Fröhlich an. Um dies zu beantworten, setzen die Wissenschaftler:innen auf moderne Technologie: Molekulardynamik-Simulationen (MD-Simulationen) werden verwendet, um die Bewegungen von Atomen und Molekülen zu verfolgen. MD ist eine Computersimulationsmethode, die Wechselwirkungen zwischen Atomen und ihre Bewegungen iterativ berechnet. Sie schafft dabei eine physikalisch interpretierbare Dynamik, die in der Forschung zunehmend bedeutend wird, wie Wikipedia beschreibt.
Mit einem Budget von rund 275.000 Euro über drei Jahre, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF), vereint das Projekt die Ansätze der molekularen Simulation mit biochemischen Experimenten. Diese Kombination soll dazu beitragen, die Abläufe der Fettsäure-Aktivierung sowie deren Stoffwechselprozesse besser zu verstehen. „Diese Synergien sind essenziell, um die Prinzipien hinter diesen komplexen Molekülen zu entschlüsseln“, so die Forscher:innen.
Das Interesse an der Forschung zu Fettmolekülen und deren Funktionen im menschlichen Körper ist nicht nur aus wissenschaftlicher, sondern auch aus gesundheitlicher Perspektive von großer Bedeutung. Die Aufklärung dieser Prozesse könnte weitreichende Auswirkungen auf die Ernährungswissenschaft und die Medizin haben.
Insgesamt zeigt dieses Projekt, dass Wissenschaftler:innen nicht nur ihre Neugierde verfolgen, sondern auch aktiv dazu beitragen, unser Verständnis von Lebensmitteln und deren Wirkungen auf die Gesundheit zu erweitern. Es bleibt spannend zu beobachten, welche neuen Erkenntnisse aus den Laboren der Universität Osnabrück und der Universität Fribourg hervorgehen werden.



