Am 18. März 2026 wurde in Deutschland erstmals der Tag der Demokratiegeschichte gefeiert, und das Echo darauf ist mehr als erfreulich. Über 250 Veranstaltungen und Aktionen sind im Zeitraum vom 18. bis 22. März in ganz Deutschland geplant. Das Labor für Demokratiebildung an der Universität Passau beteiligt sich mit einer spannenden Veranstaltung, die am 21. März im Rahmen des Studieninfotags stattfinden wird.

Dieses interdisziplinär ausgerichtete Labor, das erst im Oktober 2025 eröffnet wurde, hat sich zur Aufgabe gemacht, Angebote der politischen Bildung zu entwickeln, um eine offene und liberale Demokratie zu stärken. Besonders im Fokus stehen dabei die zukünftigen Lehrkräfte, aber auch die Öffentlichkeit wird mit Bildungsangeboten angesprochen. Als Teil des Programms gibt Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein Einblicke in Projekte wie ein Oral-History-Projekt, das die Diktaturerfahrungen in der DDR thematisiert. Dabei werden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Passau befragt und ihre Geschichten in digitalen Lehr- und Lernmodulen aufbereitet.

Demokratieförderung im Unterricht

Wie wichtig Demokratiebildung für die schulische Ausbildung ist, zeigt sich auch in den Lehrplänen der Schulen. GeWi im Unterricht betont, dass Demokratiebildung eine zentrale Querschnittsaufgabe von Schule und Unterricht darstellt. Historisch-politische Bildung nimmt dabei eine besondere Rolle ein und soll die Urteils- und Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern. Dies geschieht durch aktive Einbindung in eine plurale und demokratische Gesellschaft, die Schulunterricht nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch erfahrbar macht.

Ein tragfähiges Konzept hierfür ist die sogenannte Trias des historischen Lernens „über, durch und für Demokratie“. Dadurch wird gelernt, wie man sich aktiv verschiedener gesellschaftlicher Debatten annimmt und die eigenen Wurzeln reflektiert. Projekte wie „Meine Geschichte – Unsere Geschichte“ lassen individuelle und familiäre Erfahrungen im Geschichtsunterricht Platz finden.

Demokratiebildung als gesellschaftlicher Auftrag

Die Kultusministerkonferenz hebt hervor, dass Schulen die Verantwortung tragen, ein Wertesystem zu vermitteln, das den freiheitlich-demokratischen Grund- und Menschenrechten entspricht. KMK sieht in einem fundierten Verständnis von Demokratie und Menschenrechten eine essenzielle Aufgabe, die modernen Herausforderungen gerecht wird. Nur so können Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, sich aktiv für Werte wie Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.

In der Veranstaltung am 21. März wird das Labor für Demokratiebildung die Vielfalt von Stimmen und Erfahrungen aufgreifen, die zur Demokratiebildung unverzichtbar sind. So sollen über die Reflexion der Vergangenheit auch zukunftsweisende Konzepte für ein gelingendes Miteinander entwickelt werden. Neben der Vorstellung aktueller Projekte wird auch Raum für Reflexion und Diskussion geboten.

Die Bürger, und ganz besonders die Jugend, werden eingeladen, sich aktiv in die demokratische Kultur einzubringen. Demokratiebildung ist nicht nur ein Fach, es ist eine Lebensaufgabe – und mit dem Tag der Demokratiegeschichte wird ein wichtiges Zeichen gesetzt, dass dieses Engagement geschätzt und gefördert wird.