Am 1. Januar 2026 wurde Prof. Dr. Jan Krämer von der Universität Passau in den „Wissenschaftlichen Arbeitskreis für Regulierungsfragen“ (WAR) der Bundesnetzagentur berufen. Dieser Arbeitskreis hat die Aufgabe, die Bundesnetzagentur in grundsätzlichen Fragen der Regulierungspolitik zu unterstützen, insbesondere wenn es um neue digitale Märkte geht. Prof. Dr. Krämer, ein Wirtschaftsinformatiker, bringt seine Expertise aus den Bereichen Telekommunikationswirtschaft und digitale Plattformen ein.
Die Aufgabe des WAR ist es, wissenschaftlich fundierte Analysen und Empfehlungen zur Regulierung sowohl physischer als auch digitaler Infrastrukturen zu liefern. Der Arbeitskreis setzt sich aus Fachleuten verschiedener Disziplinen zusammen, die sowohl rechtliche als auch ökonomische und technische Aspekte der Regulierung beleuchten. Prof. Dr. Krämer sieht in seiner neuen Rolle die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung der Regulierung digitaler Märkte mitzuarbeiten und die Herausforderungen und Chancen dieser Entwicklungen zu adressieren.
Regulierung im digitalen Zeitalter
Ein Schlaglicht auf die wichtige Rolle der Regulierung im digitalen Bereich wirft auch die bevorstehende Veranstaltung DigiKon 2026. Diese findet am 17. März im AI Village in Hürth statt und wird einen Überblick über den neuen Regulierungsrahmen im digitalen Raum geben. Die Diskussion wird relevante Regelwerke wie die KI-Verordnung, den Data Act und den Digital Services Act einschließen. Hierbei wird die Bundesnetzagentur eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der KI-Verordnung in Deutschland spielen.
Die KI-Verordnung zielt darauf ab, die Chancen der Künstlichen Intelligenz zu nutzen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken zu minimieren. Experten werden sich im Rahmen von Breakout-Sessions mit spezifischen Themen befassen, um den Herausforderungen der digitalen Transformation zu begegnen. Dabei wird auch der Vortrag des AI-Office zur europäischen und nationalen Digitalstrategie erwartet, der wertvolle Einblicke in die aktuellen Entwicklungen auf dem Gelände der digitalen Regulierung geben wird.
Eine kritische Betrachtung der Regulierungslandschaft
Um die dynamische Natur digitaler Märkte zu verstehen, ist ein Vergleich der Regulierungsniveaus auf globaler Ebene hilfreich. Wie der Wirtschaftsdienst zeigt, hat die EU in den letzten Jahren ihre Regulierung verschärft, was zu einem weniger dynamischen Datenmarkt im Vergleich zu den USA, China oder Japan geführt hat. Während die Regulierunsgschärfung in der EU den Markt vor Risiken schützen soll, könnte sie gleichzeitig das Wachstum bremsen.
Die Analyse der OECD zeigt, dass hohe Regulierungsniveaus in der EU und im Vereinigten Königreich sich nicht im Wachstum des Datenmarktes niederschlagen. Die Hypothese, dass „die USA innovieren, während die EU reguliert“, wird durch die aktuellen Daten untermauert. Daher ist es in der heutigen Zeit unerlässlich, die Effektivität der Regulierung zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, um den digitalen Binnenmarkt nicht unnötig zu fragmentieren.
Zusammengefasst steht die Regulierung digitaler Märkte vor einer Vielzahl von Herausforderungen und Chancen, die es zu navigieren gilt. Die Expertisen von Prof. Dr. Krämer und das Engagement von Gremien wie dem WAR werden entscheidend sein, um der dynamischen Entwicklung der digitalen Welt gerecht zu werden.