In den letzten Jahren hat sich die europäische Hochschullandschaft rasant verändert, und die Bildungsgemeinschaft boomt wie nie zuvor. Der Fokus auf Zusammenarbeit und Vernetzung wird bei der Bildungsallianz EDUC ganz großgeschrieben. Vor fast sieben Jahren gegründet, verfolgt EDUC das Ziel, einen gemeinsamen Raum für Studierende, Lehrende und Verwaltungspersonal zu schaffen, der frei von administrativen, kulturellen und sozialen Hürden ist. Britta van Kempen und Katharina Kloss heben den Erfolg dieser Initiative hervor und betonen die Möglichkeiten, die sich aus diesem Austausch ergeben. EDUC wird oft als eine Art Familie beschrieben, in der ein enger Zusammenhalt und lebhafter Austausch gepflegt werden.
Das Netzwerk hat sich mittlerweile auf zwei Hochschulen in Norwegen und Spanien sowie zwei Universitäten im Vereinigten Königreich und in der Ukraine erweitert. Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklung ist der EDUC Virtual Campus. Dieser soll, bis Ende 2025, einen gemeinsamen Kurskatalog, Moodle und eine Forschungsplattform bereitstellen. Das Portal wird zum Anlaufpunkt für Studierende, Forschende und Beschäftigte, um den Austausch noch weiter zu fördern. Besonders hervorzuheben ist die konsequente Digitalisierung als Basis für Mobilität und Vernetzung, die als einzigartig angesehen wird. EDUC legt besonderen Wert auf Themen wie digitale Nachhaltigkeit, Souveränität und die Wahrung menschlicher Würde.
Ein Blick auf die europäische Zusammenarbeit
EDUC ist Teil von 65 europäischen Hochschulallianzen und repräsentiert ein Beispiel für erfolgreiche europäische Kooperationen. Dazu zählt unter anderem auch der Policy Roundtable zur Schulkooperation, der den Dialog zwischen den Hochschulen stärkt. Doch EDUC steht noch ganz am Anfang; es braucht Zeit für die Einbeziehung verschiedener Fakultäten und Studiengänge. Die Universität Potsdam hat hierbei eine koordinierende Rolle übernommen und hat stets die Entwicklungen im Blick.
Das Thema Mehrsprachigkeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in den Diskussionen innerhalb der Allianz. Innovative Bildungsformate an der Universität Potsdam haben darüber hinaus zur Einführung einer Zertifikateordnung und zur Integration von Microcredentials geführt. Studierende haben die Möglichkeit, Kurse zu belegen, ohne immatrikuliert zu sein, was einen wichtigen Schritt zur Flexibilisierung der Studienangebote darstellt.
Der Antrag auf Weiterförderung für EDUC bis Ende 2026 ist bereits eingereicht worden, mit dem Ziel, bis 2035 nachhaltige gemeinsame Strukturen zu etablieren. Die Attraktivität von EDUC für Studierende und Forschende könnte somit einen Standortvorteil für teilnehmende Universitäten darstellen. In einem weiteren Zusammenhang trägt EDUC zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) bei, ein Ziel, das auch von anderen Allianzen wie EU-CONEXUS und EU GREEN verfolgt wird.
Nicht nur lokal, sondern auch global denken
Diese beiden Allianzen konzentrieren sich ebenfalls auf Nachhaltigkeit, wobei EU-CONEXUS innovative Lösungen für Küstenregionen entwickelt. Dabei spielen Themen wie Umweltschutz, Überfischung und der Rückgang der Biodiversität eine zentrale Rolle. Gleichzeitig will EU GREEN das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung in lokalen Gemeinschaften und verletzlichen Regionen schärfen. Beide Allianzen bieten gemeinsame Studiengänge und Forschungscluster zu Nachhaltigkeitsthemen an, was die interuniversitäre Zusammenarbeit sowie den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördert.
Insgesamt wird deutlich, dass EDUC und die anderen Allianzen einen erheblichen Beitrag zur Zukunft der Hochschulbildung in Europa leisten. Auch wenn EDUC noch in der Entwicklungsphase steckt, steht die Utopie eines durchlässigen, nachhaltigen und vernetzten Bildungssystems in greifbarer Nähe. Und wenn das kein Grund zum Hoffen und Bangen ist!



