Die Universität Potsdam hat beim Neujahrsempfang das Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ erhalten. Diese Auszeichnung ist ein Zeichen für die stetige und erfolgreiche Arbeit an der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wissenschaft. Die Ehrung erfolgt im Rahmen des Professorinnenprogramms 2030, das von Bund und Ländern ins Leben gerufen wurde, um die Gleichstellungsarbeit an Hochschulen gezielt zu fördern. Wie uni-potsdam.de berichtet, zählt Potsdam zu den 56 Hochschulen, die die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) mit ihren Gleichstellungszielen überzeugte.

Mit einem Frauenanteil von über 40 Prozent in den Professuren liegt die Universität Potsdam deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 30 Prozent, was den Erfolg der Gleichstellungspolitik unterstreicht. Das anvisierte Ziel des Professorinnenprogramms ist es, durch gezielte Maßnahmen der „Leaky Pipeline“ entgegenzuwirken. Trotz des Erfolgs bei Bildungsabschlüssen und Promotionen verringert sich die Präsenz von Frauen in der Wissenschaft während der Karriere stark. bmftr.bund.de hebt hervor, dass die Förderung von über 1000 Professorinnen seit 2008 ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war.

Unterstützung für Nachwuchswissenschaftlerinnen

Die prestigeträchtige Auszeichnung ermöglicht es der Universität Potsdam zudem, eine Förderung für eine Nachwuchswissenschaftlerin zu beantragen, die in eine unbefristete Professur münden soll. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär gratulierte in einer Videobotschaft und lobte die Arbeit der Zentralen Gleichstellungsbeauftragten Christina Wolff sowie ihres Teams. „Diese Auszeichnung ist nicht nur ein Zeichen des Erfolgs, sondern auch ein Ansporn für die kontinuierliche Gleichstellungsarbeit“, erklärte Christina Wolff. Universitätspräsident Prof. Oliver Günther, Ph.D., unterstrich ebenfalls das Engagement der Hochschule in Bezug auf Gleichstellung und Diversität.

In der zweiten Auswahlrunde 2024 konnten die 56 ausgezeichneten Hochschulen bis zum 30. September 2026 Anträge für Anschubfinanzierungen einreichen. Wie in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes nachzulesen ist, lag der Frauenanteil in den hauptberuflichen Professuren in Deutschland Ende 2024 bei 30 Prozent. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren ist ein Anstieg festzustellen: 2004 lag der Frauenanteil bei lediglich 14 Prozent. Die Geisteswissenschaften weisen mit 44 Prozent den höchsten Anteil an weiblichen Professoren auf, während die Ingenieurwissenschaften mit nur 17 Prozent das Schlusslicht bilden.

Zukunft der Gleichstelling

Das Professorinnenprogramm 2030 ist mit einem Budget von 320 Millionen Euro über acht Jahre ausgestattet. Die Evaluierung der vorherigen Programmphasen zeigt positive Ergebnisse. Einrichtungen, die am Programm teilnehmen möchten, sind verpflichtet, Gleichstellungskonzepte einzureichen, um ihre Förderfähigkeit zu belegen. Die kontinuierliche Anpassung an die sich ändernden Rahmenbedingungen ist essenziell, um die Gleichstellung in der Wissenschaft weiter voranzubringen.

Insgesamt zeigt die Auszeichnung der Universität Potsdam, dass der Weg zur Gleichstellung in der Wissenschaft zwar weit ist, jedoch durch engagierte Maßnahmen und Programme stetig verbessert werden kann.