Während die Universität Duisburg-Essen (UDE) in die vorlesungsfreie Zeit geht, gibt es dennoch interessante Veranstaltungen für alle, die sich für Wissenschaft und Austausch interessieren. Am 5. Februar 2026 finden gleich mehrere Events statt, die sowohl Wissen vermitteln als auch Networking-Möglichkeiten bieten. So lädt das Wasser-Café des ZWU zum Networking ein, während Prof. Dr. Oliver Tepner von der Universität Regensburg im Kolloquium über Chemievermittlung an Schüler:innen spricht. Zudem wird Assoc. Prof. Dr. Amy Catalinac von der New York University einen Book Talk über ihr aktuelles Buch „Dominance Through Division“ halten – ein digitales Highlight, für das eine vorherige Registrierung notwendig ist.

Doch die Vielfalt an Angeboten hört hier nicht auf. Am Freitag, 6. Februar, wird die Forschung weiterhin beleuchtet, wenn Prof. Dr. Paul van den Brink von der Wageningen University beim Kolloquium des Sonderforschungsbereiches RESIST über Temperatur- und chemische Effekte auf Insektenrückgang spricht. Auch der IngenieurInnenball „Dance.Ing“ zieht mit einem Eintrittspreis von 40 Euro viele Interessierte an.

Vielfalt in der Wissenschaft

Die Vielfalt in der Wissenschaft ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein zentrales Thema, das in verschiedenen Kontexten diskutiert wird. Laut Informationen des BMFTR sind Frauen in Deutschland zwar gut ausgebildet, doch der Anteil an Hochschulen nimmt mit steigender akademischer Laufbahn ab. Dieses Phänomen wird oft als „Leaky Pipeline“ bezeichnet – ein Verlust an qualifizierten Wissenschaftlerinnen auf dem Weg nach oben. Die Statistiken zeigen: Während 46% der Doktorandinnen Frauen sind, sinkt dieser Anteil auf nur 29% bei den Professorinnen.

Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, startet das Professorinnenprogramm in die vierte Programmphase mit einem Fördervolumen von 320 Millionen Euro bis 2030. Ziel ist es, die Gleichstellung in Hochschulen zu fördern und den Frauenanteil in den unterschiedlichen Karrierestufen anzuheben. Dies wird durch das Kaskadenmodell unterstützt, das klare Vorgaben für die Geschlechterverteilung auf den verschiedenen akademischen Ebenen festlegt.

Gender Bias und Publikationen

Ein weiterer Aspekt, der die Diskussion um Gleichstellung und Vielfalt prägt, ist der Gender Bias im Veröffentlichungsprozess. Diese Form der Benachteiligung kann sich bei der Auswahl von Gutachter*innen, der Bewertung von Manuskripten sowie Zitierpraktiken zeigen. So zeigt eine Analyse, dass Frauen im Vergleich zu Männern in mehreren Bereichen unterrepräsentiert sind. Es wurde festgestellt, dass Herausgeberinnen eher Frauen für die Begutachtung auswählen, doch insgesamt ist der Frauenanteil unter den Autor*innen und Gutachter*innen immer noch zu gering.

Eine Studie von Squazzoni et al. verdeutlicht, dass Manuskripte von Frauen und gemischten Autorenteams eine höhere Publikationswahrscheinlichkeit aufweisen. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass Frauen seltener veröffentlichen und daher mehr Mühe in die Fertigstellung ihrer Arbeiten stecken. Zudem hat sich gezeigt, dass der Wechsel zu einem Double Blind Review Verfahren den Anteil veröffentlichten Arbeiten von Frauen um 7,9% erhöhte.

Diese Themen hinsichtlich Gender Bias und der nach wie vor herausfordernden Verteilung von Geschlechterverhältnissen in der Wissenschaft stehen auch im Mittelpunkt der Veranstaltung „Coffee Talk“ am 9. Februar, die einen informellen Austausch über Frauen in der Wissenschaft bieten soll. Anmeldung ist erforderlich, um an dieser wichtigen Diskussion teilzunehmen.

Die UDE bietet also eine reichhaltige Plattform für Wissenschaft, Innovation und den Austausch von Ideen. Die Veranstaltungen sind nicht nur eine hervorragende Möglichkeit, um sich zu vernetzen, sondern auch um wichtige gesellschaftliche Themen wie Gleichstellung und Vielfalt in der Wissenschaft zu diskutieren.

Für mehr Informationen zu den Veranstaltungen an der UDE besuchen Sie bitte dieses Portal. Wenn Sie mehr über Studien zur Geschlechterverteilung in der Wissenschaft erfahren möchten, schauen Sie auf GESIS vorbei. Und für umfassende Initiativen zur Gleichstellung und Vielfalt in der Wissenschaft, besuchen Sie BMFTR.