Die WHU – Otto Beisheim School of Management hat einen bemerkenswerten Schritt gewagt: Sie ist die erste deutsche Hochschule, die dem QS Responsible AI Consortium (RAIC) beigetreten. In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Einzug in die Hochschulbildung hält, strebt die WHU an, die verantwortungsvolle Integration dieser Technologien aktiv mitzugestalten. Dieser Beitritt unterstreicht ihren strategischen Anspruch, KI in Lehre, Forschung und institutionellen Prozessen voranzutreiben.

Das RAIC ist ein globales Netzwerk von Hochschulen, das sich für die verantwortungsvolle Nutzung und Weiterentwicklung von KI in der Hochschulbildung einsetzt. Mitgliedschaft in diesem Konsortium bedeutet nicht nur Zugang zu einem internationalen Austausch, sondern auch die Möglichkeit zur systematischen Integration von KI-Initiativen an den jeweiligen Institutionen. Auf diese Weise werden Innovation und Wissenstransfer gefördert, was für Universitäten und Business Schools gleichermaßen von Vorteil ist. WHU betont, dass die Mitgliedschaft auch die Teilnahme an Projektgruppen ermöglicht, die zukunftsweisende Themen erkunden.

Ziele und Ansätze des RAIC

Das Konsortium verfolgt das klare Ziel, durch ein Netzwerk führender Bildungseinrichtungen eine verantwortungsvolle Verwendung von KI in der Hochschulbildung sicherzustellen. Dazu zählen unter anderem die Durchführung von AI Capability Assessments und die Förderung projektbasierten Lernens. Dr. Steffen Löv, Assistant Dean Programs, hebt die Bedeutung dieses Engagements hervor: “Wir bilden verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten aus.” Zusätzlich betont Dr. Anna Zeis, Director Learning and Innovation, die Wertschätzung der Zusammenarbeit mit QS und anderen Partnerinstitutionen.

Die Mitglieder des Konsortiums sind namhafte Institutionen, darunter das Imperial College Business School, die EDHEC Business School, die LUISS Business School und die London School of Economics. Diese Gemeinschaft setzt neue Standards in der Hochschulbildung, insbesondere im Bereich der KI.

Förderprojekte in der Hochschulbildung

Die Integration von KI in die Hochschulbildung ist nicht nur theoretischer Natur. Eine Förderinitiative, die 2021 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, den Einsatz von KI in Studium und Lehre zu unterstützen. Mit einer Laufzeit von bis zu vier Jahren stehen 40 Einzel- und 14 Verbundprojekte an 81 Hochschulen in den Startlöchern. Zu diesen Projekten gehören unter anderem innovative Ansätze wie der StudyBuddy, ein KI-basierter Bot, der Lernende individuell unterstützen soll.

Ein weiteres spannendes Beispiel ist das Projekt DEEP WRITE, welches die Argumentationskompetenz in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften stärken will. Hierbei wird KI zur Vermittlung von Schreibfertigkeiten genutzt, was schon jetzt Herausforderungen in Bezug auf die Transparenz der Bewertungen mit sich bringt. Das Projekt AIM@LMU hingegen plant die Einführung eines Nebenfachs zu Künstlicher Intelligenz an der LMU München, das sich an Studierende aller Fakultäten richtet und Fragen zu den sozialen und rechtlichen Folgen von KI aufwirft.

Diese Projekte sind mehr als nur technologische Innovationen; sie fordern auch einen verantwortungsvollen Umgang mit KI in der Bildung und Gesellschaft. Ein interdisziplinärer Austausch ist dabei unerlässlich, denn die Aufklärungsarbeit über die Potenziale und Risiken der KI bleibt eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Die Bildungs- und Gesellschaftspolitik ist hier gefordert, um diesen Wandel zu begleiten und zu gestalten.

Die engagierten Institutionen und Projekte zeigen, dass die Hochschullandschaft sich aktiv mit den Chancen und Herausforderungen der KI auseinandersetzt. Die WHU und die Mitglieder des RAIC gehen für eine verantwortungsvolle Zukunft in der KI-Integration in der Bildung mit gutem Beispiel voran.