In Deutschland steht die Gesundheitsversorgung angesichts einer besorgniserregenden Zunahme von Fällen der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor neuen Herausforderungen. Ein anstehender Termin in der Wissenschaftsgemeinschaft bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit den aktuellen Entwicklungen auseinanderzusetzen.
Am 17. Februar 2026 findet eine digitale Pressekonferenz statt, die sich auf den 8. Süddeutschen Zeckenkongress vorbereitet. Dieser wird am 23. Februar 2026 auf dem Campus der Universität Hohenheim abgehalten. Ganz im Fokus stehen dabei die neuesten medizinischen, epidemiologischen und diagnostischen Aspekte von durch Zecken übertragenen Erkrankungen, darunter die immer häufiger auftretende FSME. Die Online-Ärztefortbildung am 25. Februar 2026 wird ebenfalls wichtige Informationen und Schulungen zu diesem Thema bieten.
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in den letzten Jahren eine kontinuierliche Zunahme der FSME-Fälle registriert, die seit der Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 im Aufwärtstrend sind. Besonders gefährdet sind Personen, die viel Zeit im Freien verbringen, vor allem in den südlichen Regionen Deutschlands, wo die Erkrankung am häufigsten vorkommt. Die aktuelle Prognose für 2025 deutet auf ein Rekordjahr hin, was den Anstieg der Erkrankungen betrifft. Im Jahr 2023 wurden rund 600 Patienten aufgrund einer FSME-Diagnose ins Krankenhaus eingeliefert, neun starben an den Folgen dieser Virusinfektion, die eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute verursacht.
Fachliche Expertise und Zielgruppen
Auf der Pressekonferenz werden Experten wie Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim, die vor 20 Jahren mit ihrer Forschung zur Biologie der Zecke begann, sowie Prof. Dr. Gerhard Dobler, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors FSME, zu Wort kommen. Ihre Expertise ist für die wissenschaftlichen Fachleute aus Biologie, Veterinärmedizin und Humanmedizin von großem Interesse, da sie dazu beiträgt, das Verständnis über die biologischen, epidemiologischen und ökologischen Aspekte von Zecken und deren Krankheitserregern zu vertiefen.
Die Datenlage über FSME ist alarmierend: Die jährlichen Meldungen des RKI zeigen einen signifikanten Anstieg der Krankheitsfälle. Im Jahr 2023 wurde ein Höchstwert bei den stationären Behandlungen registriert, wobei die Zahl der Behandlungen in den letzten zwei Jahrzehnten generell gestiegen ist. Der Trend zur steigenden Zeckenaktivität wird unter anderem durch die steigenden Temperaturen begünstigt, was die Prävalenz von FSME und anderen durch Zecken übertragenen Krankheiten wie Borreliose, die zudem 2023 rund 5.400 Krankenhausaufenthalte zur Folge hatte, betrifft.
Daten des RKI belegen, dass Regionen mit erhöhten Krankheitsfällen systematisch analysiert werden. Diese Informationen sind entscheidend, um Risikogebiete richtig zu identifizieren und zu kommunizieren. Maßnahmen zur Vermeidung von Zeckenstichen sowie die rechtzeitige Impfung sind die Kernstrategien im Kampf gegen diese Krankheiten.
Während sich die Wissenschaftsgemeinschaft auf diese Veranstaltungen und die damit verbundenen Diskussionen vorbereitet, bleibt die Gesundheit der Bevölkerung im Fokus. Der nächste Monat wird entscheidend sein, um über Präventionsstrategien und neue Erkenntnisse zu informieren.