Am 11. Februar 2026 steht die Goethe-Universität Frankfurt vor einem entscheidenden Moment. Im Rahmen einer Sitzung des Erweiterten Senats werden zwei Kandidaten für das Amt des Präsidenten der Universität vorgestellt, die sich auf die Wahl am 25. Februar vorbereiten. Der Hochschulrat hat einstimmig beschlossen, diese beiden vielversprechenden Persönlichkeiten dem Senat zur Wahl vorzuschlagen. Die beiden Kandidaten, die in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt werden, sind Prof. Dr. Roger Erb, Professor für Didaktik der Physik, und der amtierende Präsident, Prof. Dr. Enrico Schleiff, der Molekulare Zellbiologie der Pflanzen lehrt.
Für Prof. Dr. Roger Erb ist dies eine Rückkehr in eine zentrale Position nach verschiedenen Stationen in seiner Karriere. Nach seinem Lehramtsstudium in Gießen promovierte und habilitierte er an der Universität Kassel. Er war Gymnasiallehrer und hat an mehreren Hochschulen, darunter die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, gelehrt. Seit 2010 ist er Professor an der Goethe-Universität, wo er auch die Goethe-Lehrkräfteakademie leitet und Mitglied im Direktorium der Akademie für Bildungsforschung und Lehrkräftebildung ist.
Kandidaten im Detail
Auf der anderen Seite steht Prof. Dr. Enrico Schleiff, der die Goethe-Universität seit 2021 als Präsident führt. Nach seinem Physikstudium in Prag, Mainz und Basel promovierte er in Biochemie an der McGill University und habilitierte später an der LMU München. Schleiff hat nicht nur umfangreiche Erfahrung in der Forschung, sondern war auch Vizepräsident der Universität mit dem Ressort für wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung. Die aktuelle Wahl markiert seine Chance, die Universität weiterhin in die Zukunft zu führen.
Die Wahlordnung der Goethe-Universität sieht vor, dass der neue Präsident die Stimmen von mindestens 18 der 34 Mitglieder des Erweiterten Senats benötigt, um zu gewinnen. Die Amtszeit des neuen Präsidenten beginnt am 1. Januar 2027 und beträgt sechs Jahre. Die Hintergründe der Wahl sind nicht ohne Kontroversen – bereits 2020 gab es während der Wahl von Schleiff als Präsidenten eine Reihe von Problemen, darunter Proteste gegen das Vorgehen des Hochschulrats, die nur zwei von vier Bewerbern nominierten, was von einigen Gruppen als undemokratisch kritisiert wurde. Damals erhielt Schleiff 18 von 34 Stimmen im dritten Wahlgang, wobei 16 Stimmen ungültig waren.
Die Wahlen am 25. Februar werden von großer Bedeutung sein, nicht nur für die Kandidaten sondern auch für die gesamte Hochschule. Ziel ist es, die Goethe-Universität im digitalen Zeitalter zu einer international exzellenten Institution weiterzuentwickeln, eine Vision, die Schleiff in seiner Amtszeit bereits verfolgt hat und die auch für Erb von Bedeutung sein könnte, falls er gewählt wird. Um die Aufgeschlossenheit zur Wahl zu fördern, ist eine hochschulöffentliche Anhörung im Vorfeld festgelegt, die den Mitgliedern des Erweiterten Senats die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen und sich ein Bild von den Kandidaten zu machen.