Am kommenden Montag, dem 24. März 2026, lädt die Justus-Liebig-Universität Gießen zu einem öffentlichen Vortrag von Silke Müller in der Aula ein. Ab 18:30 Uhr wird sich die Bestsellerautorin und Digitalbotschafterin des Landes Niedersachsen mit einem brisanten Thema beschäftigen: der Stärkung und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen in einer von Social Media, Internet und Künstlicher Intelligenz geprägten Welt. Diese Veranstaltung wird gemeinsam vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Gießen sowie dem Vogelsbergkreis in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrkräftebildung (ZfL) der JLU organisiert. Der Vortrag richtet sich nicht nur an Lehrkräfte und Schulleitungen, sondern auch an Eltern und alle, die sich für die Herausforderungen und Chancen der digitalen Bildung interessieren.

Silke Müller wird dabei zentrale Aspekte der Medienkompetenz und des Jugendschutzes im digitalen Raum erörtern. Im Rahmen ihres Vortrags zeigt sie, wie Schulen auf veränderte Bedingungen reagieren können, um den Bedürfnissen ihrer Schüler gerecht zu werden. Nach dem Vortrag steht eine Podiumsrunde an, in der Vertreter des Staatlichen Schulamts sowie von Schulen mit dem Publikum über spezifische Fragen diskutieren können. Einlass zur Veranstaltung ist bereits ab 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen können beim Zentrum für Lehrkräftebildung eingeholt werden.

Medienkompetenz – Ein wichtiges Thema

Die Relevanz des Themas wird durch aktuelle Studien unterstrichen. Eine Vodafone-Studie aus September 2025 zeigt, dass die Hälfte der Jugendlichen gerne weniger Zeit auf Social Media verbringen würde, es aber nicht schafft. Die Mehrheit der über 1.000 befragten Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren wünscht sich ein breiteres medienpädagogisches Angebot an Schulen. So nutzen fast 70% der Jugendlichen täglich über zwei Stunden Social Media, wobei etwa ein Drittel sogar mindestens fünf Stunden online ist. Über 80% der Befragten erhoffen sich Unterstützung von Schulen in Form von Unterrichtseinheiten oder Projekten, um besser mit den Herausforderungen digitaler Medien umgehen zu können.

Ein weiterer Aspekt, den die PISA-Studie 2022 aufdeckt, ist die mangelnde Fähigkeit vieler 15-Jähriger in Deutschland, die Qualität von Informationen im Internet zu beurteilen. Obwohl 69% der Schüler in der Lage sind, Informationen zu finden, fühlen sich nur 47% dazu in der Lage, die Richtigkeit der gefundenen Informationen zu überprüfen. Diese Diskrepanz ist alarmierend, wenn man bedenkt, dass immer mehr Jugendliche in ihrer politischen Kommunikation und Nachrichtenaufnahme auf Plattformen wie TikTok zurückgreifen.

Erste Schritte zur digitalen Jugendarbeit

Im Kontext der schulischen Medienbildung spielt die digitale Jugendarbeit eine entscheidende Rolle. Außerschulische Programme fördern nicht nur die Medienkompetenz, sondern auch die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Initiativen wie „Gutes Aufwachsen mit Medien“ und „Jugend hackt“ unterstützen Jugendliche darin, kreative Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln. Dabei ist der Einsatz digitaler Technologien in der Bildung von großer Bedeutung, um Teilhabechancen zu erhöhen.

Studien zeigen, dass digitale Medien in der Jugendarbeit nicht nur integriert, sondern auch strategisch genutzt werden sollten, um den Bedürfnissen junger Menschen gerecht zu werden. Der Umgang mit digitalen Medien muss im Alltag von Jugendlichen an Schulen und in der außerschulischen Bildung stärkere Berücksichtigung finden. Laut dem Bildungserver suchen zahlreiche Institutionen und Initiativen nach Wegen, wie digitale Tools sinnvoll eingesetzt werden können, um die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu steigern.

Insgesamt zeigt sich, dass sowohl schulische als auch außerschulische Bildungsträger ein gutes Händchen brauchen, um junge Menschen in der digitalisierten Welt zu unterstützen. Der Vortrag von Silke Müller am 24. März könnte dabei ein wichtiger Schritt sein, um mehr Aufmerksamkeit auf diese Themen zu lenken.

Für weitere Informationen über die Veranstaltung und zur Kontaktaufnahme steht das Zentrum für Lehrkräftebildung (ZfL) der JLU zur Verfügung. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Fragen, die nach dem Vortrag aufkommen werden, denn sie reflektieren das, was junge Menschen momentan umtreibt.