Die Angst vieler Kinder vor medizinischen Untersuchungen ist weit verbreitet und kann oft zu einem anstrengenden Erlebnis für die kleinen Patienten und ihre Eltern werden. Die MHH-Kinderradiologie hat nun einen innovativen Ansatz entwickelt, um die Sorgen der Kinder zu mindern: einen MRT-Simulator, der in Form einer ansprechenden „Rakete“ gestaltet ist. Diese Neuerung ist der erste Simulator seiner Art in Niedersachsen und wurde mit einer Spende von rund 30.000 Euro finanziert, die durch ein engagiertes Spieloasen-Team zusammengetragen wurde.
Der Simulator nimmt den Kindern die Angst vor der MRT-Untersuchung, die in der Kinderklinik über 1.000 Mal jährlich durchgeführt wird. Ziel ist es, den Kindern bereits vor der eigentlichen Untersuchung die Möglichkeit zu geben, sich mit den Abläufen vertraut zu machen, einschließlich der typischen Geräusche, die im MRT stattfinden. Die Einsatzgebiete der Magnetresonanztomographie sind vielseitig; sie ermöglicht hochauflösende Bilder von weichen Geweben ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen und wird bei Gelenkverletzungen, Entzündungen und onkologischen Fragestellungen eingesetzt.
Eine spielerische Annäherung
Das Training mit dem MRT-Simulator zeigt bereits positive Effekte. Erste Tests haben gezeigt, dass Kinder durch diese spielerische Herangehensweise ein besseres Zeitgefühl und Verständnis für den Ablauf der Untersuchung entwickeln. Dies könnte entscheidend sein, um Untersuchungen ohne Narkose oder Beruhigungsmittel durchführen zu können. In vielen Fällen war es in der Vergangenheit so, dass abgebrochene Untersuchungen zu einer Narkose führten, die man ideally vermeiden möchte. Ein Vergleich mit einer Kinderklinik in Paris zeigt, dass dort 80% der Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren ohne Narkose untersucht werden können.
Das Konzept des MRT-Simulators entstand 2021 nach einem Besuch in London und seitdem hat sich viel getan. Um die Finanzierung zu ermöglichen, wurden Trikots bekannter Vereine versteigert, darunter Lazio Rom, Atlético Madrid und FC Arsenal. Dieser kreative Einsatz von Spenden culminierte in einer großen Veranstaltung im Jagdschloss Springe im Sommer 2024 mit rund 400 Gästen, bei der insgesamt 35.000 Euro gesammelt wurde.
Virtuelle Realität als Unterstützer
Zusätzlich entstand die Idee einer kostenlosen VR-App namens „Pingunauten Trainer“, die Kindern auf spielerische Weise hilft, sich auf MRT-Untersuchungen vorzubereiten. Die App bietet Charaktere wie Lotta und Lars, die die Kinder schrittweise an die Umgebung und den Ablauf des MRT-Scans heranführen. Diese Initiative verfolgt dasselbe Ziel: Die Verbesserung der Untersuchungserfahrungen für Kinder, um Sedierung oder Narkose zu vermeiden. Die App ist bereits über die gängigen App-Stores für Android und iOS verfügbar und wurde 2022 mit dem XR Science Award ausgezeichnet.
Diese Projekte sind Teil einer breiteren Initiative, die darauf abzielt, das Wohlbefinden von Kindern in der Kinderklinik zu fördern. Neben dem „Pingunauten Trainer“ gibt es auch Programme wie „Sweet Dive VR“, das zur Schmerzreduktion dient, und das Patientenportal „LOUISA“, das Informationen und Unterstützung bereitstellt. Die Zukunft sieht also vielversprechend aus, wenn es darum geht, Kindern die Angst vor medizinischen Eingriffen zu nehmen und ihnen eine positive Erfahrung zu bieten.
Dank der Kombination aus innovativen Technologien und einem einfühlsamen Umgang mit den kleinen Patienten kann die MHH-Kinderradiologie als Vorreiter in der modernen medizinischen Betreuung angesehen werden. Wie die Forschung zur Magnetresonanztomographie zeigt, ist es zudem wichtig, dass Kinder, wenn möglich, ruhig bleiben, um eine erfolgreiche Untersuchung zu gewährleisten.
Für mehr Informationen zu den Projekten und den Möglichkeiten der Unterstützung besuchen Sie bitte die Websites der MHH-Kinderradiologie MHH, der Pingunauten und der Charité.