Der Campus Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover (LUH) in Garbsen wird bald in voller Blüte stehen: Im Rahmen des Projekts „Leibniz blüht auf“ werden rund 2.000 Quadratmeter Wiese in ein blühendes Ökosystem verwandelt. Ziel ist es, einen Lebensraum für Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge zu schaffen. Diese Initiative ist ein direktes Zeichen gegen den Rückgang der biologischen Vielfalt, der auch vor den Türen von Hochschulen nicht Halt macht.
Am Freitag, dem 20. März 2026, findet zwischen 13 und 17 Uhr ein öffentliches Aussaat-Event statt, das von fünf Studierenden der LUH organisiert wird. Dadurch wird nicht nur die Pflanzenvielfalt gefördert, sondern gleichzeitig auch das Bewusstsein für den Artenschutz gestärkt. Angeboten werden unter anderem Pflanzen wie Kornblumen, Schafgarbe und Rotklee, die wichtige Nahrungsquellen für Insekten darstellen.
Ein wichtiger Lebensraum für Wildbienen
Die Stubenhocker unter den Bienen, wie zum Beispiel die Rostrote Mauerbiene, brauchen dringend geeignete Lebensräume, um zu überleben. Diese Art, die besonders in intensiv genutzten Agrarlandschaften unter Druck steht, ist wenig anspruchsvoll, benötigt jedoch ein vielfältiges Blütenangebot und geeignete Nistplätze, wie umwelt.nrw.de betont. Mit dem Aussaat-Event hofft das Team, ähnliche Lebensbedingungen zu schaffen und den Wildbienenpopulationen einen Schub zu geben.
Parallel dazu wird in Nordrhein-Westfalen verstärkt für den Schutz der Wildbienen angesichts aktueller Herausforderungen geworben. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig; von der Schaffung offener Böden über das Anlegen von Nistkästen bis hin zur Förderung von Nahrungsquellen durch das Anpflanzen regionaler Wildpflanzen. All diese Maßnahmen kommen den bis zu 150 Arten von Wildbienen zugute.
Ein Beitrag zur Biodiversität
Die Initiative am Campus ist nicht nur lokal von Bedeutung, sondern steht auch im Kontext der bundesweiten Bemühungen zum Erhalt der Biodiversität, die laut bmleh.de stark gefährdet ist. Der Verlust von Lebensräumen durch veränderte Agrarlandschaften, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Klimakrise haben zur Folge, dass viele Insektenpopulationen dramatisch zurückgehen. Es ist daher essenziell, Projekte wie „Leibniz blüht auf“ zu unterstützen, die die Lebensbedingungen für Insekten verbessern.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) investiert jährlich rund drei Millionen Euro in solche Projekte und unterstützt ein Aktionsprogramm Insektenschutz (API), das gezielt Lebensräume für Insekten aufwertet. Über die Bedeutung der Bestäuber, sei es Honigbienen oder Wildbienen, ist sich die Wissenschaft einig: Ihre Rolle bei der Sicherstellung von Nahrungsmitteln und Rohstoffen ist unverzichtbar.
Für Interessierte, die sich aktiv am Artenschutz beteiligen möchten, ist die Anmeldung zum Aussaat-Event per E-Mail an leibniz.blueht.auf@gmx.de oder via Instagram (@leibniz_blueht_auf) möglich. Spontane Besucher sind ebenfalls herzlich willkommen. Ein Gruppenfoto ist für 15.30 Uhr geplant, um diesen wichtigen Tag festzuhalten.
Für Rückfragen steht Angelus Dreß unter der Telefonnummer 01573 3988870 zur Verfügung. Bei weiterer Neugier kann auch Mechtild Freiin v. Münchhausen kontaktiert werden.