Was passiert, wenn über 70 junge Köpfe ihre Visionen präsentieren? Im Rahmen des Landeswettbewerbs „Jugend forscht“ in Nordrhein-Westfalen, der am 19. März 2026 an der Ruhr-Universität Bochum stattfand, hatte das Publikum die Möglichkeit, genau das zu erleben. Unter dem Motto „Maximale Perspektive!“ stellten insgesamt 76 Teilnehmer im Alter von 15 bis 21 Jahren ihre kreativen und klugen Projekte vor. Diese Veranstaltung markierte das 61. Jahr des Wettbewerbs, der nicht nur die Innovationskraft der Jugendlichen fördert, sondern auch deren Umgang mit wissenschaftlichen Fragestellungen in den Fokus rückt.

Das Event begann mit Regionalwettbewerben, bei denen sich die Nachwuchsforscher zunächst qualifizieren mussten. Die besten von ihnen durften dann im Alfried Krupp-Schülerlabor der Wissenschaften ihre Arbeiten und Ideen einer Fachjury und interessierten Zuschauern präsentieren. Die Themenvielfalt war beeindruckend. 47 Projekte umfassten eine breite Palette, die von Biologie über Physik bis hin zu Technik reichte. Besonders bemerkenswert war die Beteiligung internationaler Talente. Elf Teilnehmer waren von Deutschen Schulen in Bulgarien, Spanien und Ungarn angereist, um Ihr Wissen und Können unter Beweis zu stellen.

Die Preisverleihung im Audimax der Ruhr-Universität war der Höhepunkt der Veranstaltung. Hier wurden die Landessieger geehrt, die sich nun für das Bundesfinale in Herzogenaurach qualifiziert haben. Dieses findet vom 28. bis 31. Mai 2026 statt und bringt die besten Talente aus ganz Deutschland zusammen. Schirmherrin der Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit namhaften Partnern wie der Bayer AG und der Ruhr-Universität Bochum organisiert wurde, war Dorothee Feller, die Ministerin für Schule und Bildung in NRW.

Die Sieger und ihre Projekte

Die Wettbewerbsbeiträge wurden in verschiedene Kategorien unterteilt. Hier sind einige der herausragenden Projekte:

  • Arbeitswelt:
    • Rezan Aaron Yalçin,„JobBridge – die digitale Taschengeldbörse“
    • Henry Theo Wittkop, Maximiliane Falke, Moritz Vogt, „AI Ready: Fit für die digitale Welt“
  • Biologie: Annelie Sunkomat, Noah Mannino, „Winzig, aber genial – Schwarmintelligenz im Ameisenstaat und anthropogene Systeme“
  • Chemie: Oliver Westdickenberg, „Ibuprofen mit gastrointestinaler Verträglichkeit: Prodrug-Design und Wirkstoffmodellierung“
  • Geo- und Raumwissenschaften: Matti Pardon, Elisa Diedrich, Ida Lemkau, „Eine Untersuchung von Mizar A mit den NRES-Spektrographen“
  • Mathematik/Informatik: Victor Gurbani, „Empirische Musikalische Kartographie: Landschaft harmonischer und melodischer Stile“
  • Physik:
    • Qingyan Li, „Das paradoxe fallende Seil: Wenn klassische Mechanik plötzlich überraschend wird“
    • Tim Kammel, „Wie tickt eine Sanduhr? oder: Über die Genauigkeit von Sanduhren und deren Mechanik“
  • Technik:
    • Tim Justus Löffler, „StageTrack – Ultraweitband-Tracking auf Bühnen“
    • Jonte Puschmann, „Velopropter“

Besonders hervorzuheben ist der RESOLV-Sonderpreis, der in diesem Jahr an Noah Krüger und Julius Rüdiger für ihr Projekt „Abkehr von Lithium – Der Natrium Feststoffakku“ verliehen wurde. Dieser Preis unterstreicht die Relevanz der Nachwuchsforschung in Bereichen mit gesteigertem gesellschaftlichem Interesse.

Der Wettbewerb „Jugend forscht“ bietet den jungen Talenten nicht nur eine Plattform, um ihre Projekte zu zeigen, sondern auch Gelegenheit, Netzwerke zu knüpfen und sich inspirieren zu lassen. Eine wichtige Initiative, um die nächste Generation wissenschaftlicher Denker und Innovatoren zu fördern. Wer mehr über die aktuellen Entwicklungen und Angebote erfahren möchte, findet auf den Seiten von Jugend forscht weitere Informationen.

Insgesamt zeigt der Wettbewerb nicht nur die Vielfalt des Wissens, das in den Schulzimmern Nordrhein-Westfalens vermittelt wird, sondern auch das große Potenzial, das in der Jugend von heute steckt. Und auf diese Talente kann die Gesellschaft zukünftig gewiss gespannt sein.