Am 26. Februar 2026 wurde das „Photonic Quantum Systems Laboratory“ (PhoQS Lab) der Universität Paderborn feierlich eröffnet. Nach drei Jahren Bauzeit steht das neue Zentrum für Photonik und Quantentechnologien bereit, um innovative Forschung zu fördern. Anwesend waren prominente Gäste wie Hendrik Wüst, Ministerpräsident von NRW, sowie Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, und Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft NRW. Das neue Labor wird das „Institut für Photonische Quantensysteme“ (PhoQS) beherbergen und verfolgt das Ziel, Grundlagenforschung in die Anwendung zu überführen und Schlüsseltechnologien zu entwickeln.
Der Fokus des PhoQS Lab liegt auf der Quantenphotonik, die eine Schlüsselrolle in der Kommunikation, beim Datentransfer und in der Sensorik spielt. Dies ist besonders bedeutend für zukünftige Entwicklungen, wie das Quanteninternet und Netzwerk-Quantenrechner. Ein vielversprechendes Anliegen, denn Quanten sind die kleinsten, unteilbaren Einheiten physikalischer Größen, die in der modernen Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das ist ein spannendes Feld, das oft vom Alltagsverständnis abweicht, wie beispielsweise die Prinzipien der Superposition und Verschränkung demonstrieren. Diese Konzepte besagen, dass Quantenteilchen sich simultan in verschiedenen Zuständen befinden oder miteinander verbunden sein können, unabhängig von ihrer Entfernung.
Umfangreiche Investitionen in die Zukunft
Die Gesamtbaukosten für das PhoQS Lab belaufen sich auf etwa 82,7 Millionen Euro, wobei die Finanzierung von verschiedenen Seiten kam: Das Land NRW und der Bund steuerten erheblich bei, wobei letzterer mit 24,69 Millionen Euro unterstützte. Die Universität Paderborn nahm 3,3 Millionen Euro in die Hand. Mit einer Bruttogrundfläche von 7.950 Quadratmetern und vier Vollgeschossen bietet das Gebäude modernste Einrichtungen: von einer schallentkoppelnden Setzfuge für schwingungsfreie Messungen bis hin zu einem 1.000 Quadratmeter großen Reinraumbereich für präzise Experimente.
Diese Investitionen sind nicht nur sinnvoll, um die technologischen Wettbewerbsfähigkeit in Nordrhein-Westfalen zu stärken, sondern schaffen auch neue Arbeitsplätze. Das PhoQS Lab wurde vom Wissenschaftsrat mit der Bestnote „herausragend“ bewertet und erhielt bereits im Mai 2020 die Genehmigung durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK).
Forschung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Technologie
Im Rahmen von Quantentechnologien sind viele neue Forschungsfelder entstanden. Diese umfassen Quantencomputer, quantenbasierte Messtechnik und Quantenkommunikation, die alle auf den Prinzipien der Quantenmechanik basieren, welche das Verhalten von Teilchen beeinflussen. Soziales Engagement in diesem Bereich ist ebenfalls gefragt, wie das Quantum Future Programm des Bundesministeriums für Forschung und Technologie zeigt, das darauf abzielt, Nachwuchs für die Quantentechnologien zu gewinnen und ihnen Karrierechancen zu bieten.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist das neu gegründete Carl-Zeiss-Stiftung Center für Quantenphotonik, in dem rund 50 Wissenschaftler aus den Universitäten Jena, Stuttgart und Ulm zusammenarbeiten. Hier entsteht eine fächer- und standortübergreifende Plattform, die darauf abzielt, die Forschung im Bereich Quantenphotonik voranzutreiben und den Austausch zwischen den Forschenden zu fördern.
Die Eröffnung des PhoQS Labs ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer stärkeren Vernetzung und einer Aufwertung der Forschungslandschaft in Deutschland, die vor der Herausforderung steht, innovative Technologien erfolgreich in die Anwendung zu bringen. Mit dem Fokus auf Photonik und Quantentechnologien könnte das PhoQS Lab eine zentrale Rolle in dieser dynamischen Entwicklung spielen und die Technologielandschaft weiter bereichern.