Ein spannender Durchbruch in der Behandlung von Sepsis: Wissenschaflter:innen der Universitätsmedizin Mainz haben einem neuen Abwehrmechanismus des Immunsystems auf die Spur kommen. In der aktuellen Forschungsstudie wurde gezeigt, wie ein neuartiger, säureempfindlicher Chloridkanal, bekannt als Proton-Activated Chloride Channel 1 (PACC1), eine entscheidende Rolle bei der Abwehr bakterieller Infektionen spielt. Unimedizin Mainz berichtet, dass dieser Mechanismus wesentliche Einsichten in die Therapie von Sepsis bieten könnte, die als gravierendes klinisches Problem bekannt ist.
Die Ergebnisse der Studie wurden in einer Publikation mit dem Titel „Proton-Activated Chloride Channel 1 (PACC1) is essential for innate host defense against bacterial sepsis“ in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht. Unter den Autor:innen finden sich Namen wie Lucien P. Garo, Kevin Brueck, und Sarah Walachowski, die maßgeblich an den bahnbrechenden Erkenntnissen mitwirkten.
Was ist PACC1?
PACC1 ist ein neu entdeckter, protonaktivierter Chloridkanal, der in gesunden menschlichen und tierischen Zellen, insbesondere in Makrophagen, angereichert ist. Die Forschung zeigt, dass PACC1 bei entzündlichen Prozessen unterschiedlich reguliert wird, was auf seine Bedeutung in der angeborenen Immunität hinweist. Bei der Analyse von Pacc1 knockout-Mäusen wurde festgestellt, dass diese trotz des fehlenden Kanals keine wesentlichen immunologischen Auffälligkeiten aufwiesen. Auch die phagozytische Aufnahme von säureunempfindlichen E. coli-BioPartikeln funktionierte normal. Laut Pubmed, jedoch zeigten die Pacc1-/- Mäuse bei der Herausforderung mit einer gram-negativen E. coli-Sepsis eine erhöhte bakterielle Belastung sowie eine gesteigerte Entzündungsreaktion und Letalität.
Diese Studienergebnisse lassen darauf schließen, dass PACC1 eine maßgebliche Rolle in der Aktivierung von Phagolysosomen spielt, die für die Zerstörung von Krankheitserregern verantwortlich sind. Besonders bemerkenswert ist die Erkenntnis, dass PACC1 das Zusammenspiel zwischen der Phagolysosomenaktivität und Immunnetzwerken in der Pathobiologie der Sepsis beeinflusst.
Die Bedeutung der Universitätsmedizin Mainz
Die Universitätsmedizin Mainz ist nicht nur für ihre Forschung bekannt, sondern auch für ihre umfassenden medizinischen Dienstleistungen in Rheinland-Pfalz. Jährlich werden hier etwa 403.000 Patienten stationär und ambulant versorgt, und die Institution ist einer der größten Arbeitgeber in der Region mit rund 9.000 Mitarbeitenden. Über 60 Kliniken, Institute und Abteilungen arbeiten fächerübergreifend zusammen, um innovative Behandlungsansätze wie den von PACC1 zu entwickeln.
Für weitere Informationen zu dieser bahnbrechenden Forschung steht Prof. Dr. Markus Bosmann vom Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) als Ansprechpartner zur Verfügung, während Nadine Berger von der Stabsstelle Unternehmenskommunikation für Presseanfragen bereitsteht. Weitere Details finden Sie hier.