In Hagen fand kürzlich die Ringvorlesung „Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit“ statt, die sich intensiv mit der Flutkatastrophe von 2021 auseinandersetzte. Über 200 Teilnehmende versammelten sich sowohl vor Ort im Ratssaal als auch digital, um gemeinsam über die Auswirkungen von Extremwetter und die Rolle des Klimawandels zu diskutieren. Veranstalter waren die FernUniversität in Hagen, die Hochwasserhilfe der Arbeiterwohlfahrt sowie das städtische Umweltamt.
Ein Herzstück der Veranstaltung war der Vortrag von Dr. Miriam Wagner-Jacht, die vom Deutschen Wetterdienst referierte. Sie zeigte auf, wie der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Extremwetterereignissen erhöht. Insbesondere das Starkregenereignis vom 13. und 14. Juli 2021, das durch das Tief Bernd ausgelöst wurde, stellte eine erschreckende Realität dar. In dieser Zeit fielen in Teilen Deutschlands bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter in nur 24 Stunden, was zu verheerenden Überschwemmungen führte. Die höchsten Schäden gab es in Rheinland-Pfalz, wo mehr als 130 Menschen ihr Leben verloren und die Zerstörung weite Landstriche eintiefte, wie bpb.de berichtet.
Klimawandel und Extremwetter
Während der Diskussionen erinnerten Feuerwehr, Umweltamt und Wohlfahrtsverbände an die katastrophalen Auswirkungen der Flut. Besonders sichtbar wurde dies durch Fotos von Heike Thomese-Osthoff, die das Schicksal der Betroffenen und den Zusammenhalt der Bevölkerung eindrücklich festhielten. Susanne Jakoby von der AWO hob hervor, wie wichtig schnelle Hilfe für die Geschädigten ist. Fünf Jahre nach den Ereignissen geht die Nachsorge für die Betroffenen weiter, ein Umstand, der auch von Oberbürgermeister Dennis Rehbein betont wurde. Er sprach von der Solidarität der Bevölkerung und den fortlaufenden Bemühungen am Hochwasserschutz.
Die Tragweite des 2021 erfolgten Hochwassers ist nicht zu unterschätzen – insgesamt wurden mehr als 180 Tote in Deutschland registriert, darunter die meisten im Landkreis Ahrweiler. Die Wiederaufbaukosten werden auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt, und die Versicherungsschäden übersteigen die vier Milliarden. Ein weiteres Geräusch kam von der Kritikwelle bezüglich der Informationsweitergabe an die Bürger, die von den Behörden zurückgewiesen wurde. Solch katastrophale Niederschlagsereignisse werden mehr und mehr zur Regel, wie Klimawissenschaftler warnen.
Zukunftsausblick und Maßnahmen
Die nächste Ringvorlesung der FernUniversität, die am 10. Juni geplant ist, wird sich dem Thema transformative Bildung für nachhaltige Entwicklung widmen. Neben den bereits angesprochenen Herausforderungen und Auswirkungen etablierte sich während der Vorlesung auch die Erkenntnis, dass Hochwasserschutz essentielle Bedeutung hat. Dafür wird ein verbessertes Warnsystem gefordert, das unter anderem Vorschläge zur Einführung von „Cell Broadcasting“ diskutiert. Auch Maßnahmen zur Renaturierung von Flächen und naturnahem Hochwasserschutz stehen auf der Agenda.
Das Thema Hochwasserschutz wird wieder in den Fokus rücken – nicht nur in Hagen, sondern überall, wo Bürger durch klimabedingte Extremereignisse gefährdet sind. Dies wird untermauert durch die Tatsache, dass die Häufigkeit von Starkregenereignissen weltweit steigt, allein in der zweiten Jahreshälfte 2024 gab es extreme Regenfälle in mehreren europäischen Ländern, von Spanien bis Österreich, wie deutschlandfunk.de berichtet.
Die Signale sind klar: Der Klimawandel ist ein Realität, der dringend entgegengetreten werden muss. Die Herausforderungen sind groß, aber die Lösungsansätze, die an vielen Stellen diskutiert werden, könnten die Weichen für eine nachhaltig positive Entwicklung stellen.