Neues im Kampf gegen Tuberkulose: Grenzen des QFT+-Tests enthüllt!
Erfahren Sie mehr über die Auswirkungen von Tuberkulose-Tests auf immungeschwächte Personen an der UNI Saarland und deren Forschungsergebnisse.

Neues im Kampf gegen Tuberkulose: Grenzen des QFT+-Tests enthüllt!
Die Tuberkulose, oft auch als „Schwindsucht“ bekannt, zählt zu den ältesten und tödlichsten Krankheiten der Menschheit. Die entscheidende Entdeckung des Erregers, des Mycobacterium tuberculosis, geht auf das Jahr 1882 zurück, als der deutsche Mediziner Robert Koch die Krankheit identifizierte. Heute gibt es jedoch effektive Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika, die die Prognose für Betroffene erheblich verbessert haben. Schätzungen zufolge tragen weltweit etwa 25% der Menschen den Erreger in sich, wobei die Infektion häufig inaktiv ist. Aktive Tuberkulose stellt besonders für Personen mit geschwächtem Immunsystem, wie etwa HIV-Infizierten oder Patienten nach Organtransplantationen, ein ernsthaftes Risiko dar.
In einer umfassenden Studie, die zwischen 2015 und 2019 durchgeführt wurde, untersuchten Professorin Martina Sester und ihre Kollegen die Effektivität des QuantiFERON-TB-Gold-Plus-Tests (QFT+) bei immungeschwächten Patienten. Dieser Bluttest misst die Immunantwort auf den Tuberkulose-Erreger. Es zeigt sich jedoch, dass bei einem geschwächten Immunsystem die Immunantwort geringer ausfallen kann, was zu falsch negativen Ergebnissen führen kann. Die Untersuchung umfasste über 2600 Patienten aus elf europäischen Ländern und ist damit die größte multizentrische Studie zu dieser Thematik, wie uni-saarland.de berichtet.
Ergebnisse und Herausforderungen der QFT+ Studie
Von den 2600 getesteten Personen litten 1788 an einem geschwächten Immunsystem, während 861 als Kontrolle dienten. Die Ergebnisse zeigten, dass der QFT+-Test allein nicht ausreichend ist, um aktive Tuberkulose sicher zu diagnostizieren. Im Rahmen der Studie wurde festgestellt, dass nach zwei Jahren keine neue aktive Tuberkulose bei den positiv oder negativ getesteten Probanden auftrat – mit Ausnahme einiger individueller Fälle bei HIV-positiven Personen. Weiterhin erfüllt der QFT+-Test die Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht, und es wird empfohlen, bessere Tests zur Diagnose von Tuberkulose zu entwickeln. Die zukünftig erwarteten Risikobewertungen sollten zusätzliche Faktoren wie den HIV-Status und die allgemeine Immunlage berücksichtigen.
Die Studie war Teil des Forschungsnetzwerks TBnet, das seit seiner Gründung im Jahr 2006 fortschrittliche Ansätze zur Verbesserung von Diagnostik, Therapie und Prävention der Tuberkulose untersucht. TBnet umfasst mittlerweile über 500 Mitglieder aus mehr als 70 Ländern und befasst sich insbesondere mit multiresistenten Tuberkuloseformen.
QuantiFERON-TB Gold-Plus-Test und seine Anwendung
Der QuantiFERON-TB Gold-Test ist ein spezifischer Bluttest zur Erkennung von latent oder aktivem Tuberkulose-Infektionen. Funktionierend als Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA), misst er die Immunreaktion auf Tuberkulosebakterien in nur einem Besuch. Besonders erwähnenswert ist, dass der Test von vorherigen BCG-Impfungen nicht beeinflusst wird, was ihn für viele Patienten attraktiv macht, einschließlich solcher, die die Impfung erhalten haben. Wie labfinder.com beschreibt, ist der Test nicht nur präzise, sondern auch sicher in der Anwendung, wobei typische Testergebnisse innerhalb von ein bis drei Tagen vorliegen.
Bestimmte Gruppen sollten den Test in Erwägung ziehen, darunter Personen, die engen Kontakt zu Tuberkulose-Patienten hatten, Gesundheitsdienstleister, Personen mit geschwächtem Immunsystem und Reisende in Regionen mit hoher TB-Prävalenz. Die Durchführung des Tests erfordert lediglich eine Blutabnahme, die in wenigen Minuten abgeschlossen ist, und es sind keine speziellen Vorbereitungen notwendig, außer einer allgemeinen Hydration für eine leichtere Blutentnahme.
Bei positiven Testergebnissen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden, um weitere Untersuchungen, wie eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs oder einen Sputumtest, vorzunehmen. Dies ermöglicht die Einschätzung, ob die Tuberkulose-Infektion latent oder aktiv ist. Die empfohlenen Behandlungen sind entscheidend, um der Entstehung von multiresistenten Tuberkuloseformen entgegenzuwirken, was auch von cdc.gov bekräftigt wird.