Eine neue Forschungsinitiative unter der Leitung von Prof. Martina Rauner an der Technischen Universität Dresden zielt darauf ab, die komplexen Zusammenhänge zwischen Eisenstoffwechsel, Knochengesundheit und Leberfunktion zu ergründen. Eisen ist ein essentielles Spurenelement, dessen Mangel sowie Überladung die Knochenbrüchigkeit erhöhen und das Risiko für Osteoporose steigern können. Über die genauen Mechanismen hinter diesen Phänomenen ist jedoch bisher wenig bekannt, was die Forschungsgruppe 5146 „FerrOs“ auf den Plan ruft. tu-dresden.de berichtet, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Gruppe mit insgesamt 4,7 Millionen Euro über vier Jahre fördert.

Diese Mittel werden es der Forschungsgruppe ermöglichen, die Mechanismen der Eisenregulation sowie die molekularen Beziehungen zwischen Leber und Knochen weiter zu untersuchen. Die Leber gilt als zentrale Instanz in der Eisenhomöostase, also der Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung von Eisen im Körper. Ein unausgewogenes Eisenverhältnis kann tiefgreifende negative Auswirkungen auf die Knochengesundheit haben, weshalb die Projekte der Gruppe entscheidend sind. Es soll unter anderem erforscht werden, wie die Kontrolle der Eisenaufnahme, -transport und -verteilung funktioniert und welche zellulären Notprogramme bei Eisenmangel oder -überladung aktiviert werden. Das langfristige Ziel besteht darin, neue Erkenntnisse über eisenbedingte Erkrankungen zu gewinnen und duale Therapien für Knochen- und Lebererkrankungen zu entwickeln. Dies wird auch von Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät an der TU Dresden, als bedeutend hervorgehoben.

Forschungsziele und Zusammenarbeit

Die Forschungsgruppe „FerrOs“ umfasst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von mehreren renommierten Institutionen, darunter die Universität Heidelberg, das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie die Universität zu Köln. In Dresden sind neben Prof. Rauner auch Privatdozentin Ulrike Baschant, Dr. Maria Ledesma Colunga und Professor Lorenz Hofbauer in die Projekte eingebunden, deren Gesamtvolumen 2,9 Millionen Euro beträgt. oiger.de hebt hervor, dass die Gruppe insbesondere die Rolle von eisen-regulierenden Proteinen wie Hepcidin und Ferroportin sowie den BMP-Signalweg untersucht.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Leber-Knochen-Kommunikation. Die Forschung zielt darauf, innovative therapeutische Konzepte zu entwickeln, um den Eisenstoffwechsel bei Patienten optimal zu steuern. Dies ist besonders wichtig, da Eisenmangel nicht nur durch unzureichende Nahrungszufuhr, sondern auch durch chronischen Blutverlust verursacht werden kann, was zu Anämie führt. Im Gegensatz dazu können überschüssige Eisenmengen zu schweren Organschäden führen, insbesondere in Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse und Hoden. tu-dresden.de erklärt zudem, dass das Knochengewebe besonders empfindlich auf Eisenkonzentrationen reagiert, was die Notwendigkeit der Forschung nochmals unterstreicht.

Bedeutung der Förderung und Ausblick

Die DFG, die als Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland agiert und durch Bund und Länder finanziert wird, fördert die Forschungsgruppe über vier Jahre in insgesamt neun Einzelprojekten, von denen fünf direkt in Dresden durchgeführt werden. Die Förderung ist nicht nur für die aktuellen Forschungsziele von entscheidender Bedeutung, sondern bietet auch einen Anreiz zur Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums, hebt in diesem Kontext die Bedeutung der Förderung für die Knochenforschung sowie die Themen „Healthy Longevity“ und gesundes Altern hervor.

Die Forschungsgruppe „FerrOs“ hat sich somit dem Ziel verschrieben, weitreichende Erkenntnisse zu gewinnen, die das Verständnis von Eisenstoffwechsel und Knochengesundheit revolutionieren könnten. Die Verbindung zwischen Leber und Knochengesundheit wird dabei als Schlüssel betrachtet, um therapeutische Möglichkeiten zu verbessern und Erkrankungen präventiv entgegenzuwirken.