Eine aufregende Entwicklung in der Krebsforschung kommt aus Dresden: Der Europäische Innovationsrat (EIC) hat das innovative Projekt „StemPhage“ mit 2,5 Millionen Euro gefördert. Dieses Vorhaben verspricht, einen frischen Ansatz zur Bekämpfung solider Tumoren zu liefern, die etwa 90 Prozent aller Krebserkrankungen ausmachen und eine große Herausforderung darstellen. An der Technischen Universität Dresden (TUD) bündeln Professor Michael Sieweke und Dr. Anke Fuchs ihre Expertise in Immunologie und Zellproduktion am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), um diese bahnbrechende Immunzelltherapie zu entwickeln.
Das Projekt „StemPhage“ gehört zu den drei EIC-geförderten Initiativen in Deutschland, die aus einer Auswahl von 611 europäischen Bewerbungen hervorgehen. Das Ziel dieser Initiative ist klar: eine neue Form der Immuntherapie, die auf modifizierten Makrophagen basiert, zu entwickeln. Diese Immunzellen haben die Fähigkeit, Krankheitserreger zu erkennen und zu eliminieren. Die Forscher setzen darauf, diese Makrophagen so zu modifizieren, dass sie in der Lage sind, Krebszellen effektiv und langfristig anzugehen.
Die Herausforderung solider Tumoren
Konventionelle Makrophagen stoßen oft an ihre Grenzen: Sie können nicht in großen Mengen produziert werden und verlieren schnell ihre Aktivität im Tumor. Im Rahmen von „StemPhage“ werden genetisch aktivierte Makrophagen entwickelt, die sich selbst vermehren und somit auch in der Tumorumgebung langlebig bleiben sollen. Dies könnte entscheidend für Patienten mit schwer behandelbaren soliden Tumoren sein. Das geplante Startup EliaCell wird die Herstellung dieser Makrophagen in Arzneimittelqualität vorantreiben, um die Verfügbarkeit in der klinischen Praxis zu erhöhen.
Der Fertigungsprozess wurde so konzipiert, dass er den Anforderungen für zellbasierte Therapien entspricht und auch für die Massenproduktion skalierbar ist. Diese Entwicklung ist eine direkte Fortführung der bisherigen Forschungen von Professor Sieweke, die bereits durch den European Research Council (ERC) gefördert wurden. Zusätzlich ermöglicht die EIC-Transition-Förderung die Entwicklung einer Zelltherapie in klinischer Qualität und bereitet den Weg für erste klinische Studien.
Fortschritte in der Immuntherapie
Innovationen in der Krebsimmuntherapie sind der Schlüssel zur Überwindung bestehender Herausforderungen, wie der begrenzten Infiltration von T-Zellen in solide Tumoren. In diesem Zusammenhang berichten weitere Forschungsprojekte, dass die Hemmung spezifischer Rezeptoren auf Krebszellen, wie dem G-Protein-gekoppelten Rezeptormolekül (GPCR), die Aktivität von Immunzellen steigern kann. Ein neues Team unter Leitung von Chong Sun hat Antikörper zur spezifischen Blockade des GPCR entwickelt, um die Tumorinfiltration von T-Zellen zu verbessern. Diese präklinischen Fortschritte könnten bald in einem neuen Start-up in die klinische Anwendung überführt werden, unterstützt durch ERC-Mittel für die weitere Optimierung dieser Antikörper.
Mit diesen Entwicklungen könnte Sachsen nicht nur zur Drehscheibe innovativer Krebsforschung in Deutschland werden, sondern auch als führender Standort für zellbasierte Therapien auf der europäischen Bühne hervorstechen. Das Team arbeitet eng mit dem sächsischen Zukunftscluster SaxoCell und klinischen Partnern am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden zusammen, um diese visionären Therapieansätze Realität werden zu lassen.
Für die Zukunft der Krebsbekämpfung sieht es vielversprechend aus, und die Fortschritte in Projekten wie „StemPhage“ zeigen, dass hier innovative Lösungen auf dem Weg sind, die das Leben vieler Menschen verbessern könnten. Der EIC unterstützt diese bahnbrechenden Entwicklungen mit wichtigen Ressourcen und Zugang zu Business Acceleration Services, die entscheidend für die Umsetzung sind.



