Tunesierin in Deutschland: Preis für Prof. Dr. Kanoun in Tunis verliehen!
Prof. Dr. Olfa Kanoun von der TU Chemnitz erhält den tunesischen Forschungsreisendenpreis für herausragende Leistungen in der Sensortechnik.

Tunesierin in Deutschland: Preis für Prof. Dr. Kanoun in Tunis verliehen!
Am 28. August 2025 wurde Prof. Dr. Olfa Kanoun, Inhaberin der Professur für Mess- und Sensortechnik an der TU Chemnitz, im Karthago-Palast in Tunis mit dem Preis des Präsidenten der Republik Tunesien für den besten im Ausland lebenden tunesischen Forscher ausgezeichnet. Diese Ehrung wurde vom tunesischen Staatsoberhaupt Kais Saied überreicht und dient zur Würdigung herausragender wissenschaftlicher Leistungen und technologischer Innovationen.
Diese Auszeichnung, die vom tunesischen Ministerium für Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung (MESRS) verliehen wird, basiert auf strengen Kriterien. Hierbei werden wissenschaftliche Sichtbarkeit, Innovationskraft sowie der wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzen berücksichtigt. Prof. Dr. Kanoun wird insbesondere für ihre Exzellenz in der wissenschaftlichen Forschung und technologischem Fortschritt gewürdigt.
Akademische Laufbahn und Erfolge
Prof. Dr. Kanoun, 2001 an der Universität der Bundeswehr München promoviert, hat eine beeindruckende akademische Karriere hinter sich. Ihren Abschluss in Elektrotechnik und Informationstechnik erhielt sie 1995 an der Technischen Universität München. Nach ihrer Promotion, die mit dem Forschungspreis des AHMT e.V. ausgezeichnet wurde, gründete sie die Arbeitsgruppe Impedanzspektroskopie an der Universität der Bundeswehr München.
Seit 2007 lehrt und forscht sie an der TU Chemnitz. Hier hat sie über 700 wissenschaftliche Publikationen verfasst, die mehr als 8.000 Mal zitiert wurden. Ihre Forschungen haben maßgeblich zur Entwicklung intelligenter Sensoren und neuer Diagnosemethoden beigetragen.
Forschungsaktivitäten und internationale Vernetzung
Prof. Dr. Kanoun hat enge Verbindungen zu Tunesien, wo sie über 100 Abschlussarbeiten und mehr als 20 Doktoranden betreute. Zudem organisierte sie mehr als 15 internationale Sommerschulen und entwickelte über 30 Forschungsprojekte mit tunesischen Institutionen. Ihre Rolle als Katalysator für den wissenschaftlichen Austausch ist von großer Bedeutung.
Sie hat sich auch aktiv in die Gründung des Start-ups NanoSen GmbH eingebracht und ist (Mit-)Inhaberin von sieben Patenten im Bereich Sensorik und Nanomaterialien. Darüber hinaus koordiniert sie zahlreiche internationale Großprojekte auf EU-Ebene sowie im Rahmen der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Würdigung und Auszeichnungen
Die Prorektorin für Forschung und Universitätsentwicklung der TU Chemnitz, Prof. Dr. Anja Strobel, gratulierte Prof. Dr. Kanoun herzlich zu ihrer Auszeichnung und betonte die Exzellenz der wissenschaftlichen Leistungen von Kanoun und ihrem Team. Neben dem jüngsten Preis wurde sie auch mit dem Technical Award der IEEE Instrumentation and Measurement Society ausgezeichnet und wurde zweimal als „IEEE Distinguished Lecturer“ gewählt, in den Jahren 2016 und 2022.
Prof. Dr. Kanoun, in Sfax, Tunesien, geboren, gilt heute als führende Expertin in Sensorik, Impedanzspektroskopie und Nanomaterialien und wird nicht nur für ihre akademischen Erfolge, sondern auch für ihre bedeutenden Beiträge zur Forschung international anerkannt. Die Preise und Auszeichnungen, die sie erhalten hat, sind nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein Beweis für die hohe Wertschätzung ihrer Arbeit in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft.