Die Krebserkrankung Bauchspeicheldrüsenkrebs (PDAC) ist ein hartnäckiger Gegner im Kampf um das Überleben von Patientinnen und Patienten. Oft wird sie erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert, was die Behandlung erheblich erschwert.

Wie uni-kiel.de berichtet, ist die Lage besonders kritisch, da Tumoren Resistenzen gegen moderne Therapien entwickeln können. Deshalb hat die Deutsche Krebshilfe in Zusammenarbeit mit der „Deutschen Allianz Pankreaskarzinom“ Initiativen ins Leben gerufen, um die Therapie und Prognose von PDAC-Patienten nachhaltig zu verbessern.

Forschung und Unterstützung im Fokus

Gestartet wurde die Allianz mit insgesamt drei Forschungskonsortien, die an 23 Standorten in Deutschland sowie in den USA und den Niederlanden tätig sind. Das erklärte Ziel ist es, Bauchspeicheldrüsenkrebs auf molekularer Ebene besser zu verstehen und personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln.

Die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) spielen dabei eine zentrale Rolle in den Konsortien DEFEAT-PDAC und ONCOverse und werden mit etwa 1,1 Millionen Euro von der Deutschen Krebshilfe unterstützt. Während DEFEAT-PDAC biologische Schwachstellen der Tumoren identifizieren und neue Behandlungsmöglichkeiten erforschen möchte, zielt ONCOverse darauf ab, eine digitale Plattform zur strukturierten Erfassung klinischer, molekularer und patientenberichteter Daten zu schaffen.

Immunsystem unter der Lupe

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Interaktion zwischen Bauchspeicheldrüsenkrebszellen und dem Immunsystem, die die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) untersucht. Laut deutschesgesundheitsportal.de hat die Forschung neue Wechselwirkungen entdeckt, die den Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen.

Hierbei spielen zwei Subtypen von Tumoren—klassischer (CLA) und basal-ähnlicher (BL)—eine zentrale Rolle. Ihr Vorhandensein kombiniert in einem Tumor ist bedenklich, da es die Behandlung erschwert und die Überlebenschancen schmälert. Zudem wird das entzündungsfördernde Signalprotein TNF-α als Schlüsselfaktor identifiziert, der von den Tumoren genutzt wird, um die Immunabwehr zu kontrollieren.

Ein vielversprechender Ansatz der UMG-Forscher liegt in der Kombinationstherapie aus Immuntherapie und Chemotherapie, um die Funktion der Immunzellen zu stärken und die aggressiven Entzündungsreaktionen zu reduzieren. Erste vorklinische Tests zeigen vielversprechende Ergebnisse, die auf eine Verbesserung der Überlebensraten hindeuten.

Neue therapeutische Perspektiven

Zusätzlich zu den bestehenden Forschungen, gibt es neueste Erkenntnisse zur Tumortherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wie die Charité herausgefunden hat, spielt der PI3K-Signalweg eine wesentliche Rolle beim Tumorwachstum und stellt eine potenzielle therapeutische Zielstruktur dar.

Durch moderne Screening-Verfahren konnten die Forscher die Co-Abhängigkeit zwischen dem PI3K-Signalweg und der SUMO-Maschinerie entschlüsseln. Die gleichzeitige Hemmung beider Systeme führte zu einem besonderen Zelltod in Tumorzellen und wandelt sogar tumorfördernde Makrophagen in solche um, die das Immunsystem unterstützen.

Die vielversprechenden Ergebnisse der Kombinationstherapien wecken Hoffnungen, dass durch gezielte Forschungen und innovative Technologien wie virtuelle Realität die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs maßgeblich optimiert werden kann. Künftige klinische Studien werden entscheiden, ob diese neuartigen Ansätze erfolgreich in der Praxis umgesetzt werden können.