Ein neuer Hochleistungscomputer-Cluster in Ilmenau soll die wissenschaftliche Landschaft in Thüringen maßgeblich verbessern. Mit einer Investition von acht Millionen Euro, die aus EU-Mitteln, Thüringer Landesmitteln und Eigenanteilen der Hochschulen aufgebracht wird, startet ein wichtiges Projekt, das Wissenschaftlern an den zehn staatlichen Hochschulen der Region zugutekommt. Das Vorhaben, das am 09.04.2026 mit einem Kick-Off-Event offiziell eingeläutet wird, zielt darauf ab, rechenintensive Projekte und interdisziplinäre Kooperationen voranzutreiben, wie die Strömungsforschung für Wetter- und Klimaprognosen an der TU Ilmenau.
Der neue Computer-Cluster wird nicht nur für aktuelle Forschungsprojekte von hoher Bedeutung sein, sondern auch zukünftige Vorhaben, wie die „Ilmenau School of Green Electronics“ (ISGE), fördern. Diese Initiative zielt auf die Entwicklung nachhaltiger und klimaneutraler Informationstechnologien ab. Wissenschaftsminister Christian Tischner hebt die strategische Bedeutung der Investition hervor, die dazu beitragen soll, Thüringen als Wissenschaftsstandort für internationale Talente attraktiver zu machen.
Innovative Infrastruktur und Zusammenarbeit
Umfangreiche Planung und Koordination stehen hinter der neuen Infrastruktur. Thüringen bringt zahlreiche Forschungsstandorte mit internationalem Renommee hervor, und die Arbeitsgruppe Wissenschaftliches Rechnen/HPC hat sich das Ziel gesetzt, eine hochschulübergreifende Versorgung mit Hochleistungstechnologien zu gewährleisten. Dabei spielen vor allem der Zugang zu Big Data und wissenschaftlichem Rechnen eine wesentliche Rolle für den langfristigen Erfolg aller Forschungsstandorte in Thüringen, wie die Hochschule für angewandte Wissenschaften stützt.
Den Studierenden und Nachwuchswissenschaftler:innen in der Region bietet die Arbeitsgruppe kompetente Beratung und Training, damit diese die Hochleistungsrechner effektiv nutzen können. Auch die Dokumentation und der bedarfsorientierte Ausbau der HPC-Infrastruktur sind Teil der Aufgaben der Arbeitsgruppe, um sicherzustellen, dass die Ressourcen optimal genutzt werden können.
Technologie und zukünftige Ausrichtung
Im Rahmen des Projekts sind bereits 250 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche in Ilmenau in Betrieb genommen worden, mit einem weiteren Standort am Jenaer Inselplatz, der bis Ende 2025 eröffnet werden soll und etwa 600 Quadratmeter umfassen wird. Die angestrebte Entwicklung eines zentralen IT-Systemhauses trägt zur strukturellen Stärkung der regionalen Forschungslandschaft bei und ebnet den Weg für innovative Forschungsansätze.
Die technische Ausstattung der HPC-Systeme ist auf dem neuesten Stand und ermöglicht eine breite Palette von Anwendungen, von molekulardynamischen Simulationen bis hin zu Virtual- und Augmented-Reality-Technologien. Diese neuen Rechner werden in der Lage sein, neue Wege im Bereich der Datenanalyse, maschinellen Lernens und der Verarbeitung großer Datenmengen zu beschreiten, was dem gesamten Wissenschaftsstandort Thüringen zugutekommt.
Insgesamt verspricht die Initiative nicht nur Fortschritte in der Forschungstechnologie, sondern setzt auch wichtige Impulse für eine moderne, nachhaltige und innovativ agierende Wissenschaftslandschaft in Thüringen.



