Die Geodäsie hat in Bonn eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1876 zurückreicht. Bereits im Sommersemester dieses Jahres wurden neue Ausbildungsmöglichkeiten für preußische Feldmesser an der Landwirtschaftlichen Akademie in Bonn-Poppelsdorf geschaffen. Dies markierte den Beginn eines kontinuierlichen Wandels, der die Geodäsie von der klassischen Vermessung mit Maßband und Theodolit zu einem modernen Wissenschaftsfeld transformierte. Im Jahr 1882 wurde zudem ein viersemestriges Studium für öffentlich anzustellende Landmesser eingerichtet, welches die Professionalisierung des Faches nachhaltig vorantrieb.

Im Jahr 1934 erfolgte die Eingliederung der Poppelsdorfer Landwirtschaftlichen Hochschule in die Universität Bonn. Damit wurde Bonn zu einer der führenden geodätischen Adressen in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte sich das Fächerspektrum erheblich, um Bereiche wie Photogrammetrie, Kartographie, Geoinformation, Städtebau, Bodenordnung und theoretische Geodäsie. Dies verdeutlicht die dynamische Entwicklung und den Beitrag, den die Geodäsie zur wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnisgewinnung geleistet hat.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Das Institut für Geodäsie und Geoinformation an der Universität Bonn spielt eine zentrale Rolle in dieser Tradition. Es beschäftigt sich intensiv mit Forschungsschwerpunkten wie hochpräzisen Referenzsystemen, Klima- und Wasserforschung, Robotik, Fernerkundung, maschinellem Lernen und nachhaltiger Landwirtschaft. Besonders die enge Verbindung von Forschung und Praxis wird bei der Zusammenarbeit mit Verwaltung, Wirtschaft und Berufspraxis deutlich.

Ein bedeutendes Projekt ist die Beteiligung am Exzellenzcluster PhonoRob, das sich mit der nachhaltigen Transformation der Landwirtschaft beschäftigt. Hier liegt der Fokus auf innovativen Anbausystemen und dem Einsatz neuer Technologien wie Robotik und Künstliche Intelligenz. Die Entwicklungen in diesem Bereich sind entscheidend für die zukünftige Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft.

Feierlichkeiten und Ausblick

Am 21. April wird ein Festakt stattfinden, der das 150-jährige Bestehen der Geodäsie in Bonn feiert. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten wird auch auf die zukünftigen Herausforderungen der Geodäsie in den kommenden 20 bis 30 Jahren eingegangen. Der Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, hebt dabei die internationale Sichtbarkeit und Bedeutung des geodätischen Faches hervor.

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Zusätzlich sind am 27. Juni 2026 eine Ringvorlesung mit dem Titel „Die Welt im Wandel“ sowie ein Tag der offenen Tür geplant. Diese Veranstaltungen bieten Interessierten die Möglichkeit, einen tieferen Einblick in die aktuelle Forschung und Lehre der Geodäsie zu erhalten. Die Universität Bonn zeigt sich damit nicht nur als akademisches Zentrum, sondern auch als aktiver Akteur in der Entwicklung zeitgemäßer Lösungen für globale Herausforderungen.

Für Medienanfragen steht Ines Barczewski vom Institut für Geodäsie und Geoinformation zur Verfügung. Sie kann unter der Telefonnummer 0228/73-3570 oder per E-Mail unter i.barczewski@uni-bonn.de erreicht werden.