Die Freie Universität Berlin darf sich über einen besonderen Neuzugang im Sommersemester 2026 freuen. Die belgische Bestsellerautorin Lize Spit wird als Samuel Fischer-Gastprofessorin tätig sein und ein Seminar mit dem Titel „Tell, Don’t Show?! Literature in the Audiovisual Era“ anbieten. Spit, die 1988 in Lier, Belgien, geboren wurde und in flämischer Sprache schreibt, ist bekannt für ihre fesselnden Romane, die komplexe zwischenmenschliche Beziehungen beleuchten.
Im Rahmen ihres Seminars werden die Studierenden das Verhältnis von Literatur und Film untersuchen. Die Inhalte umfassen unter anderem die Übertragung von Romanen in Drehbücher sowie die Analyse bekannter Filmadaptionen, wie „The Virgin Suicides“ und „No Country for Old Men“. Das kreative Arbeiten wird ebenfalls gefördert, indem die Studierenden Szenen zwischen Literatur und Film übersetzen sollen. Mit dieser innovativen Herangehensweise möchte Spit die Studierenden dazu anregen, die Wechselwirkungen zwischen den beiden Medien zu erforschen.
Wer ist Lize Spit?
Lize Spit hat sich in der Literaturszene einen Namen gemacht, nachdem ihr Debütroman „Het smelt“ (2016) in Belgien und den Niederlanden zu einem Bestseller avancierte. Der Roman, der die Rückkehr einer jungen Frau in ihr Kindheitsdorf und ihre damit verbundenen traumatischen Erinnerungen thematisiert, wurde in den Niederlanden von dem renommierten Verlag Das Mag veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung „Und es schmilzt“ erschien 2017 im S. Fischer-Verlag, und das Werk fand sowohl bei Kritikern als auch Lesern großen Anklang.
Spits Schriftstellerkarriere begann mit ihrem Studium des Szenischen Schreibens am RITCS der Erasmushogeschool Brussel. Bereits 2013 wurde sie beim Nachwuchswettbewerb „Write Now!“ für ihre Erzählung „ordehandhaver“ mit dem Jurypreis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Diese frühen Erfolge legten den Grundstein für ihre literarische Laufbahn, die durch ihre Veröffentlichung in bedeutenden Zeitschriften wie „Tirade“, „Het liegend konijn“ und „De Gids“ gekennzeichnet ist.
Einfluss und Auszeichnungen
In den folgenden Jahren veröffentlichte Spit weitere Werke, darunter „Ich bin nicht da“ (2022) und „Der ehrliche Finder“ (2024), die ebenfalls thematisch auf menschliche Beziehungen und psychische Herausforderungen abzielen. Ihr Debütroman brachte ihr zudem den Lucy B. en C.W. van der Hoogtprijs im Jahr 2018 ein.
Spits Werk hat nicht nur literarisches Lob erlangt, sondern wurde auch für Filmadaptionen interessant. Im Jahr 2016 erwarb die belgische Produktionsfirma Menuet die Filmrechte an „Het smelt“, und der Film feierte im Januar 2023 seine Uraufführung.
Die Samuel Fischer-Gastprofessur an der Freien Universität ist seit 1998 etabliert und wird gemeinsam von der Universität, dem DAAD, dem S. Fischer Verlag und Holtzbrinck Berlin unterstützt. Ziel der Professur ist es, die kritische Reflexion über Literaturen der Welt in Zusammenarbeit mit internationalen Schriftstellern zu fördern. Lize Spit wird ihre öffentliche Antrittsvorlesung am 30. April 2026 um 18 Uhr c.t. im Seminarzentrum (Raum L 116) halten, und man darf gespannt sein auf ihre Perspektiven zur Verbindung von Literatur und Film.