Die Universität Erfurt hat heute bekannt gegeben, dass Sigrid März, eine renommierte freie Wissenschaftsjournalistin, als „Journalist in Residence“ am Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (IPB) tätig sein wird. März hat sich einen Namen gemacht als Expertin in evidenzbasierter Medizin und bringt umfangreiche Erfahrungen aus ihrer bisherigen Arbeit als Redakteurin und Co-Gründerin der „Investigativstation“ mit, einem Recherchekollektiv, das sich auf Gesundheits- und Verbraucherschutzthemen spezialisiert hat. Ihre journalistische Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Journalistenpreis für „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“.

Der Schwerpunkt von März’ Aufenthalt am IPB liegt auf der kritischen Auseinandersetzung mit dem historischen Arzneimittelfall „Duogynon“. Dieser Schwangerschaftstest, der zwischen den 1950er und 1980er Jahren in Deutschland verwendet wurde, steht im Verdacht, Fehlbildungen bei Ungeborenen verursacht zu haben. Ein zentrales Anliegen von März ist es, den Betroffenen, die häufig um Anerkennung kämpfen, eine Stimme zu geben und die damit verbundenen Fragen zu Gender-Bias in der Medizin, sowie zu strukturellen Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung zu beleuchten.

Fokusthemen und Fragen

März möchte während ihres Aufenthalts am IPB mehrere entscheidende Fragen aufwerfen. Ein besonders interessanter Punkt ist die Überlegung, ob ein vergleichbarer Fall wie „Duogynon“ heute noch möglich wäre. Zudem plant sie, die Faktoren zu untersuchen, die die Gesundheit von Frauen beeinflussen, wie psychologische, soziale, politische und ökonomische Aspekte. Ein weiterer Fokus wird darauf liegen, wie sich der Zugang zur Gesundheitsversorgung, reproduktive Rechte und Migration auf die medizinische Versorgung und Forschung auswirken.

Die interdisziplinäre Ausrichtung des IPB bietet einen Resonanzraum für ihr Buchprojekt, das sich mit diesen Thematiken auseinandersetzt. Dr. Klaus Müller, Direktor des IPB, betont die Bedeutung von März’ Arbeit für den Dialog zwischen Forschung und Journalismus. Der Austausch mit Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Disziplinen, insbesondere in der Frauengesundheit, Stigmatisierung und Empowerment, wird dazu beitragen, die Diskussion über diese essenziellen Themen zu fördern.

Relevanz des Themas

Der Fall „Duogynon“ ist nicht nur ein weiterer Bezugspunkt im Bereich der evidenzbasierten Medizin, sondern wirft auch grundlegende Fragen zu den gesellschaftlichen Machtverhältnissen auf. Erkrankungen, die mehrheitlich Frauen betreffen, sind in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart oft unterforscht und stigmatisiert worden. Der Aufenthalt von Sigrid März am IPB könnte daher nicht nur die Sichtbarkeit dieser Themen erhöhen, sondern auch dazu beitragen, Bedürfnisse und Herausforderungen zu identifizieren, die für viele Frauen von existenzieller Bedeutung sind.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Dank des „Journalist in Residence“-Programms am IPB werden im Rahmen ihrer Arbeit wesentliche Ansätze für eine evidenzbasierte Auseinandersetzung mit Gesundheitsthemen gefördert. Damit wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer informierteren und gerechteren Gesundheitsversorgung unternommen.

Die Universität Erfurt, die in einem Artikel auf ihrer Webseite uni-erfurt.de darüber berichtet, sieht in der Zusammenarbeit mit März die Möglichkeit, gesellschaftlich relevante Themen durch wissenschaftlichen Dialog zu bearbeiten und auf diese Weise einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsberichterstattung zu leisten.