Am 14. April 2026 wird der renommierte Erwin-Stein-Preis an Prof. i.R. Dr. theol. Eilert Herms verliehen. Die Auszeichnung, die mit 15.000 Euro dotiert ist, würdigt Herms‘ Lebenswerk in der Systematischen Theologie und Sozialethik. Die Preisverleihung findet um 16:15 Uhr in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen statt und wird von Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, einem langjährigen Bundesverfassungsrichter, mit einer Laudatio begleitet. Die Veranstaltung ist öffentlich, und im Anschluss wird von 18:00 bis 19:15 Uhr ein Umtrunk angeboten. Laut uni-giessen.de ist der Preis eine Anerkennung für interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeiten, die eine geistige Unabhängigkeit verkörpern und für die europäische Kultur von Bedeutung sind.
Eilert Herms, ein Tübinger evangelischer Theologe, hat sich seit Ende der 1970er Jahre für ein modernes Verständnis von Theologie eingesetzt. Dieses basiert auf einem reformierten Ansatz, der insbesondere von F. D. E. Schleiermacher inspiriert ist. Gemäß wikipedia.org wird Theologie hier als Professionswissenschaft betrachtet, vergleichbar mit Medizin und Jurisprudenz. Herms‘ Ziel ist es, Menschen für Leitungsaufgaben in der christlichen Gemeinschaft zu befähigen, was er über Jahre hinweg durch zahlreiche Veröffentlichungen und Engagement in verschiedenen Kommissionen vorangetrieben hat.
Herms‘ Beitrag zur Theologie
Als Vorsitzender der „Gemischten Kommission für die Reform des Studiums“ setzte sich Herms intensiv für die Verbesserung der theologischen Ausbildung ein. Er war der Überzeugung, dass eine präzise Definition der Studieninhalte essenziell für die Ausbildung künftiger Pfarrpersonen ist. Dies stellt er in seinem 1978 veröffentlichten Aufsatz „Was heißt ‚theologische Kompetenz‘?“ dar, in dem er theologische Kompetenz als eine kritische und reflektierte Aneignung des christlichen Menschen-, Welt- und Gottesverständnisses definiert.
Herms befasste sich nicht nur theoretisch mit theologischen Fragen, sondern auch praktisch. Seine Arbeiten thematisieren häufig die pastorale Praxis und deren Gestaltung. Dies spiegelt sich auch in seiner ersten Aufsatzsammlung „Theorie für die Praxis“ wider, die 1982 veröffentlicht wurde. Über die Jahre veröffentlichten zahlreiche gewonnene Erkenntnisse zur Ausbildung und Fortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern der EKD deutliche Fortschritte.
Wissenschaftliches Erbe
Die wissenschaftlichen Beiträge von Herms sind umfangreich. Seine Aufsatzbände befassen sich mit der sichtbaren Kirche sowie christlicher Sozialethik. Der erste Zyklus seiner Werke betrachtet Themen wie Selbst-, Welt- und Gottesgewissheit, während der zweite Zyklus nach der Jahrtausendwende ähnliche Fragen in umgekehrter Reihenfolge behandelt. Herms‘ „Systematische Theologie“, die 2017 veröffentlicht wurde, fasst seine umfassende Sicht auf das Wesen des Christentums zusammen und demonstriert sein Engagement für die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der evangelischen Lebenssinnkommunikation.
Die Preisverleihung am 14. April 2026 in Gießen stellt somit nicht nur eine Ehrung für Herms dar, sondern auch eine Würdigung der theologischen Disziplin und deren Relevanz in der heutigen Zeit. Interessierte können sich für weitere Informationen an Prof. Dr. Franz Reimer von der Justus-Liebig-Universität Gießen wenden. Kontaktdaten sind unter uni-giessen.de verfügbar.