Am 14. April 2026 hat das Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt seine neuen Fellows und Kollegiatinnen für das Sommersemester 2026 begrüßt. Dieses Forschungsinstitut, das für seine interdisziplinären Studien zur Religion und Urbanität bekannt ist, setzt erneut auf einen starken Austausch mit internationalen Wissenschaftlern. Unter der Leitung von Susanne Rau und Jörg Rüpke wird die Kolleg-Forschungsgruppe „Religion und Urbanität“ die Grundlagen für zahlreiche interessante Projekte legen.
Insgesamt wurden eine Vielzahl von Projekten vorgestellt, die ein breites Spektrum an Themen abdecken. Dazu gehört das Projekt von Rana Behal mit dem Titel „Social History and Religion, Orality and Ethnography: Walled city of Amritsar (Punjab, India) Post-Partition Era“. An anderer Stelle beschäftigt sich Aneke Dornbusch mit der „Othering“ religiöser Gruppen in städtischen Räumen, fokussiert auf die 16. Jahrhundert Mandate gegen die Anabaptisten in deutschen Städten. Ulrike Ehmig widmet sich der sakralen Inschriftenlandschaft Raetiens, während der angesehene Fellow Raminder Kaur mit seinem Projekt „Ruminations: Religions, Cities and Worlds“ tiefergehende Verbindungen zwischen Religionsstudien und Urbanität erforscht.
Vielfältige Forschungsansätze
Darüber hinaus wurden weitere interessante Projekte vorgestellt. Harry Maier forscht zu Mobilität und Urbanität im frühen Christentum, während Heiner Stahl die sinnlichen Wahrnehmungen in religiösen Ritualen sowohl in urbanen Räumen Indiens als auch im europäischen Teil des Osmanischen Reiches untersucht. Dies geschieht im Kontext von Reiseberichten aus dem Zeitraum von 1600 bis 1800.
Bei den Doktorand*innen haben wir Claudio Anello, der sich mit den Themen „Between Men and Gods: Divine Signs and Imperial Power“ beschäftigt, sowie Maja Rothardt, die das nächtliche Begräbnis als ein Thema der Sanktions- und konfessionellen Hybridität untersucht. Ribar Khalaf wird in einer assoziierten Rolle mit dem Vorhaben „Die Auswirkungen des syrischen Konflikts und Perspektiven des zukünftigen Kulturerbeschutzes in der syrischen Jazira (2011–2025)“ tätig sein.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Zusätzlich zur Kolleg-Forschungsgruppe wird auch die Forschungsgruppe Sozialphilosophie und Gesellschaftstheorie aktiv sein. Christoph Henning wird eine Einführung in die Ideologiekritik präsentieren, während Dario Montero sich mit den lateinamerikanischen indigenen Vorstellungen von (Sozial-)Energie beschäftigt, insbesondere im Hinblick auf die Mapuche-Kultur.
Ein weiteres Highlight ist der Mercator-Fellow Benjamin Solomon und dessen Forschung zu „Property in Territory and Artifacts“. Zudem werden die Forschungsgruppe „(De)Colonizing Sharia?“ unter der Leitung von Irene Schneider und deren Projekt über die Evolution rechtlicher Konzepte in der MENA-Region die Diskussion erweitern. Kübra Nugay wird sich mit Veränderungen im Handels- und Strafrecht des 19. und 20. Jahrhunderts auseinandersetzen.
Jörg Rüpke, Co-Direktor des Max-Weber-Kollegs, hat seine Freude über den Austausch mit renommierten Wissenschaftler*innen während des Forschungsaufenthalts von Hartmut Rosa in Aarhus zum Ausdruck gebracht. Dies zeigt, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Entwicklungen im Bereich der Religionswissenschaften und Sozialtheorien ist.