Die Universität zu Köln hat ein wegweisendes Verfahren zur Erfassung und Bilanzierung von Treibhausgasemissionen entwickelt, das in Zusammenarbeit mit 29 weiteren öffentlich-rechtlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) umgesetzt wurde. Ziel ist es, eine vergleichbare Datengrundlage zur Klimabilanz der Hochschulen im Bundesland zu schaffen. Diese Initiative wurde in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Klimaschutz und Energie (MWIKE) sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) ins Leben gerufen. Laut uni-koeln.de umfasst der Bericht die Bilanzjahre 2019 bis 2021.

Die teilnehmenden Hochschulen betragen insgesamt etwa 660.000 Studierende und 81.000 Mitarbeitende, die in rund 1.750 Gebäuden untergebracht sind. Zudem besteht ein Fuhrpark von etwa 1.000 Fahrzeugen. Die Emissionskalkulation basiert auf dem international anerkannten Standard des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol). Die emissionsbilanzierenden Hochschulen haben sich dazu verpflichtet, jährlich fortlaufende Berichte zu erstellen, wobei die Bilanzen für die Jahre 2022 und 2023 derzeit in der Aufbereitung sind.

Emissionen und Klimaschutzmaßnahmen

Die Gesamtemissionen der teilnehmenden Hochschulen blieben im Berichtszeitraum weitgehend konstant. Ein leichter Rückgang im Jahr 2020 ist auf die coronabedingten Einschränkungen zurückzuführen. Bis zu 98 Prozent der gesamten Emissionen entfallen auf den Gebäudebereich, insbesondere auf die Bereiche Strom- und Wärmeversorgung. Die Universität zu Köln hat bereits Pläne zur Reduzierung ihrer Emissionen ab dem Bilanzjahr 2022 vorgestellt. Diese umfassen unter anderem Sanierungen, die Investition in Photovoltaikanlagen sowie die Beschaffung von Ökostrom.

Zusätzlich strebt NRW an, die Landesverwaltung bis 2030 klimaneutral zu gestalten. Im Rahmen dieser Initiative kooperieren 14 Universitäten und 16 Hochschulen für angewandte Wissenschaften in NRW. Die Hochschulen engagieren sich freiwillig am Berichtswesen zur Klimaneutralen Landesverwaltung. Die Vereinbarung wurde von den Kanzlerinnen und Kanzlern der Hochschulen unterzeichnet, was auf ein starkes gemeinsames Engagement für den Klimaschutz hinweist. An der Auftaktveranstaltung zur Treibhausgasbilanzierung, die am 27. Februar 2024 stattfand, nahmen auch hochrangige Vertreterinnen der Landesregierung teil, darunter die Wirtschaftsstaatssekretärin Silke Krebs und die Wissenschaftsstaatssekretärin Gonca Türkeli-Dehnert.

Zukunftsorientierte Bildung und Forschung

Wissenschaftsministerin Ina Brandes betonte die entscheidende Rolle der Hochschulen in der Ausbildung und Forschung für den Klimaschutz. Das Klimaschutzgesetz der Landesregierung hat das klare Ziel, die Verwaltung bis 2030 klimaneutral zu machen. Die Maßnahmen zur Umsetzung dieses Ziels beinhalten unter anderem die energetische Sanierung von Gebäuden, den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen, den Einsatz emissionsarmer Antriebe im Fuhrpark sowie die Beschaffung von Ökostrom. Rund 172.000 Beschäftigte in etwa 542 Behörden und Institutionen an rund 2000 Standorten sind von diesen Maßnahmen betroffen.

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Das Projekt zur Treibhausgasbilanzierung wird von der Geschäftsstelle Klimaneutrale Landesverwaltung im Wirtschafts- und Klimaschutzministerium koordiniert. An den Hochschulen in NRW arbeiten mittlerweile rund 114.000 Menschen, die durch ihre vielfältigen Aktivitäten einen wertvollen Beitrag zu Klimaforschung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit leisten. Durch diese gemeinsame Anstrengung wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer klimafreundlicheren Zukunft gemacht, die den Herausforderungen des Klimawandels Rechnung trägt. In diesem Kontext hebt umweltwirtschaft.nrw.de die Notwendigkeit des klimapolitischen Engagements in der Hochschullandschaft hervor.