Am 5. März 2026 feiert die Katholische Universität (KU) ein bedeutendes Jubiläum: Zehn Jahre EMASplus-Zertifizierung. Damit bleibt die KU die einzige deutsche Universität, die dieses erweiterte Umweltmanagementsystem erfolgreich implementiert hat. EMASplus geht über die regulären EMAS-Anforderungen hinaus und integriert soziale sowie ökonomische Aspekte in die Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule. Professor Klaus Stüwe hebt hervor, wie wichtig diese Vorreiterrolle für die Universität ist, die sich zum Ziel gesetzt hat, Nachhaltigkeit durchgängig in allen Bereichen von Forschung und Lehre zu integrieren.
Das EMAS-System bewertet die Umweltleistung der KU anhand zentraler Indikatoren wie dem Strom- und Wasserverbrauch. Es fordert von der Universität Transparenz, die sich in der jährlichen Veröffentlichung einer validierten Umwelterklärung niederschlägt. Mitarbeitende und Studierende sind aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden, was zu einer nachhaltigen Verbesserung der Umweltleistung an der KU führt. Frank Zirkl, der Nachhaltigkeitsmanager, hebt hervor, dass Sichtbarkeit und Messbarkeit der erreichten Ziele von zentraler Bedeutung sind.
Nachhaltigkeitsmaßnahmen und Erfolge
Ein jährliches Nachhaltigkeitsprogramm formuliert konkrete Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern. So wurde zum Beispiel der Papierverbrauch um rund zwei Drittel gesenkt, und der Anteil an Recyclingpapier konnte signifikant gesteigert werden. Diese Erfolge wurden im Wettbewerb „Papieratlas“ positiv bewertet. Seit 2015 hat die KU etwa ein Drittel ihres Stromverbrauchs eingespart und ist seit 2012 vollständig auf Ökostrom umgestiegen, wodurch die CO2-Emissionen um etwa 75 Prozent gesenkt werden konnten.
Die Hochschule verfolgt außerdem das Ziel, ihre Dienstwagenflotte nachhaltiger zu gestalten und fördert die E-Mobilität. Initiativen wie das Job Rad-Programm und die Mobilitätsapp „goFLUX“ unterstützen umweltfreundliche Mobilität unter den Studierenden und Mitarbeitenden. Darüber hinaus wird die Biodiversität in den Außenanlagen der Universität gefördert, was einen weiteren Schritt zur ökologischen Verantwortung darstellt.
Die KU wurde zudem als Fairtrade-University ausgezeichnet und engagiert sich aktiv für Themen wie Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Gleichberechtigung und Frauenförderung in der Wissenschaft. Studierende haben die Möglichkeit, im Green Office an der Gestaltung der Nachhaltigkeitsprozesse mitzuarbeiten. Diese Maßnahmen verdeutlichen die Vision der KU einer nachhaltigen Zukunft, die ökologische und soziale Verantwortung miteinander vereint.
Zusammenarbeit und Ausblick
Die KU arbeitet eng mit Partnern aus der Gesellschaft und der Wirtschaft zusammen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist das Projekt EMAS+Nachhaltigkeit, das bis März 2025 läuft und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert wird. Unter der Leitung von KATE und Arqum GmbH soll ein mehrstufiges, wirkungsorientiertes Nachhaltigkeitsmanagementsystem entwickelt werden, das auch die neuen gesetzlichen Anforderungen, wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und die Corporate Sustainability Reporting Direktive (CSRD), integriert.
Die CSRD, die am 14. Dezember 2022 verabschiedet wurde, ist Teil des Europäischen Grünen Deals und hat das Ziel, die transparente und vergleichbare Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen zu fördern. Ab 2025 müssen Unternehmen, die bestimmte Kriterien erfüllen, Nachhaltigkeitsberichte vorlegen. EMAS spielt dabei eine zentrale Rolle, da die Umwelterklärungen im Rahmen der CSRD erweitert werden können, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.
Das Engagement der KU in den Bereichen Umweltmanagement und Nachhaltigkeit bietet nicht nur ein Vorbild für andere Institutionen, sondern wirkt sich auch positiv auf die Gesellschaft und Umwelt aus. Die enge Verzahnung von Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung zeigt, wie Hochschulen ihrer Verantwortung angesichts globaler Herausforderungen nachkommen können. Das nachhaltige Handeln der KU ist damit nicht nur eine Verpflichtung, sondern auch ein Antrieb für die gesamte Universität.