Ein bahnbrechendes Projekt zur kostengünstigen und effizienten Herstellung von grünem Wasserstoff wurde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Das Gründungsprojekt mit dem Namen photreon ermöglicht es, Wasserstoff direkt am Ort des industriellen Abnehmers zu produzieren. Diese innovative Technologie reduziert die Abhängigkeit von Elektrolyseuren, benötigt keinen Strom und ist nicht an bestehende Netzinfrastrukturen gebunden.
Die Funktionsweise von photreon basiert auf speziellen Photoreaktorpaneelen, die Sonnenlicht und Wasser nutzen, um Wasserstoff zu erzeugen. Diese Paneele sind sowohl für dezentrale Anwendungen als auch für größere Anlagen in sonnenreichen Regionen konzipiert. Damit könnte photreon eine entscheidende Rolle in der klimafreundlichen Transformation von Industrie und Energiesystemen spielen, indem es die Komplexität und die Kosten der aktuellen Wasserstoffproduktion erheblich senkt.
Innovative Technologie mit mehreren Vorteilen
Die Technologie von photreon setzt auf Photokatalyse, wodurch Licht direkt in eine chemische Reaktion umgewandelt wird. In diesem Prozess spalten lichtaktive Materialien im Paneel Wasser (H₂O) in Wasserstoff (H₂) und Sauerstoff (O₂). Dies ersetzt die herkömmliche Kombination aus Photovoltaik und Elektrolyseur, was nicht nur die Systemkosten, sondern auch die gesamte Komplexität der Wasserstoffproduktion signifikant reduziert.
Das Paneel ist für die Serienfertigung optimiert und kann aus kostengünstigen Materialien hergestellt werden. Dadurch sind sowohl kleine als auch großflächige Anwendungen möglich. Dies ist besonders vorteilhaft für mittelständische Unternehmen in Bereichen wie der Spezialchemie, Lebensmittelindustrie und Metallverarbeitung. Die Technologie ermöglicht zudem die lokale Wasserstofferzeugung in Regionen ohne Zugang zu Stromnetzen oder Wasserstoffanbindungen.
Präsentation auf der Hannover Messe 2026
Wie KIT weiter berichtet, wird photreon vom 20. bis 24. April 2026 auf der Hannover Messe am Stand des KIT (Halle 11, Stand B06) vorgestellt. Diese Veranstaltung könnte entscheidend dafür sein, das Interesse an erneuerbaren Energietechnologien weiter zu fördern und die Bedeutung von grünem Wasserstoff in der Energiewende zu unterstreichen.
Die Herstellung von Wasserstoff ist aktuell mit hohen Kosten und komplexen Verfahren verbunden, die oft an die bestehende Netzinfrastruktur gebunden sind. Die Entwicklung von photreon stellt einen bedeutenden Schritt in die Zukunft dar.
Mit dieser Technologie könnten Unternehmen nicht nur ihre CO2-Emissionen senken, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. In weltweiten Bemühungen um nachhaltigere Energiesysteme könnte photreon somit eine Schlüsselrolle spielen.