Am 15. April 2026 wurde das WiSo-Hochhaus der Universität zu Köln feierlich wiedereröffnet. Die umfassenden Sanierungsarbeiten, die seit Mitte 2020 durchgeführt wurden, haben das Gebäude in einen modernen Zustand versetzt und tragen somit zur Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen bei. Ein besonderer Moment war die Anwesenheit von prominenten Gästen: Rektor Professor Dr. Joybrato Mukherjee, Ministerin Ina Brandes, Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger, Dekan Professor Dr. Ulrich W. Thonemann und Kanzler Karsten Gerlof konnten die erfolgreichen Ergebnisse der Sanierung begutachten.
Das WiSo-Hochhaus, zusammen mit dem Flachgebäude, wurde 1960 von dem Architekten Wilhelm Riphahn erbaut und bietet insgesamt über 10.000 Quadratmeter Nutzfläche. In dem nun modernisierten Gebäude stehen etwa 860 Arbeitsplätze für Mitarbeiter*innen und zahlreiche Lernplätze für Studierende zur Verfügung. Die Sanierungskosten beliefen sich auf rund 50 Millionen Euro und sind Teil des übergeordneten Masterplans 2030 der Universität, der unter anderem darauf abzielt, CO2-Emissionen zu reduzieren und moderne Techniken zu integrieren.
Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen
Die Kernsanierung, die von der Architekten SSP AG aus Bochum durchgeführt wurde, umfasste zahlreiche Maßnahmen. Dazu zählen die Installation neuer Vakuum-Fensteranlagen, Dachdämmung, Innendämmung sowie die Erneuerung der Brandschutztechnik. Zusätzlich wurden im großen Hörsaal neue Akustikelemente, Elektroausstattung und Bestuhlung eingebaut. Die Planung sah auch vor, die Belegung und Nutzungsflächenverteilung im gesamten Gebäude zu optimieren. Besondere Beachtung fand zudem der Denkmalschutz; das Gebäude steht seit 1998 unter Schutz und erhielt bereits 1967 den Kölner Architekturpreis.
Allerdings sind nicht alle Bauvorhaben der Universität so erfolgreich verlaufen. Wie ksta.de berichtet, muss die Sanierung des Hauptgebäudes am Albertus-Magnus-Platz neu geplant werden. Die ursprünglich für 2020 gestarteten Bauarbeiten, die sich laut den neuesten Plänen bis 2028 hinziehen sollen, sind stark verzögert. Grund hierfür sind gravierende Mängel in der Umsetzung des bisherigen Generalplaners und der damit verbundene Stopp der Arbeiten im Jahr 2023.
Zukünftige Pläne und Herausforderungen
Die neue Planung der Sanierung sieht vor, dass die Bauarbeiten erst im Jahr 2028 beginnen und bis 2033 oder 2034 abgeschlossen sein sollten. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf schätzungsweise 164 Millionen Euro, wobei ein Risiko-Zuschlag von 58 Millionen Euro hinzukommt. Dies bedeutet, dass das gesamte Budget mit über 222 Millionen Euro erheblich gestiegen ist. Das Hauptgebäude ist nicht nur alsbestausgebessert, sondern teilweise auch asbestbelastet, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt.
Bis zum ersten Quartal 2025 wurden bereits rund 26 Millionen Euro in die Brandschutzsanierung und Instandhaltung des Gebäudes investiert. Während der Bauarbeiten müssen Studierende und Mitarbeitende mit Baulärm rechnen; die Universität ist sich dieser Herausforderung bewusst und plant, Prüfungsphasen zu berücksichtigen. Ein Lösungsvorschlag für mögliche Interimsstandorte während der Bauzeit steht jedoch noch aus. Derzeit sind Mitarbeitende der juristischen Fakultät, die in den Gebäudeteilen acht und neun untergebracht sind, gezwungen, in unzureichenden, als unangemessen beschriebenen Containerbauten oder angemieteten Büroflächen in Zollstock zu arbeiten.
Die Universität zu Köln steht somit vor der Herausforderung, nachhaltige und effektive Lösungen zu finden, um die nötigen Sanierungsmaßnahmen durchzuführen und gleichzeitig den Bedürfnissen der Studierenden und Mitarbeitenden gerecht zu werden. Während das WiSo-Hochhaus nun in neuem Glanz erstrahlt, bleibt das Hauptgebäude ein zentrales Thema, das auf eine zukunftsfähige Lösung wartet.