Die Vorfreude auf die Frühjahrstagung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft wächst, die vom 24. bis 26. April 2026 im Schauspielhaus Bochum stattfinden wird. Diese Veranstaltung wird unter dem Thema „Shakespeare und Wahrheit: Praktiken und Performanz“ prominente Wissenschaftler und Shakespeare-Enthusiasten zusammenbringen. Nach Angaben der RUB wird der Fokus auf dem Verhältnis von Wahrheit und Wissen in Shakespeares Werken liegen.
Die Tagung zielt darauf ab, Mechanismen und Prozesse der Wahrheitsproduktion und -durchsetzung zu untersuchen. Dabei werden auch vormoderne Konzepte von Wahrheit betrachtet. Interessante Aspekte werden dabei die aktuellen Debatten um Wahrheitsansprüche sein, die sowohl die Inszenierungen als auch die Rezeptionen von Shakespeares Werk beeinflussen. Einladend ist die Tagung für alle Interessierten, nicht nur für Mitglieder der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft.
Theoretische Hintergründe und Praxis
Das Graduiertenkolleg, das ebenfalls zum Thema der Tagung beiträgt, untersucht die Wahrheitsproduktion und -durchsetzung im Zeitraum zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert, wie auf GRK 2945 berichtete wird. Dieses Kolleg analysiert, wie Wahrheiten geschaffen und durchgesetzt werden, um das Sprechen, Denken, Handeln und Entscheiden zu dirigieren. Ein spannender praxeologischer Ansatz des Kollegs betrachtet die Dynamiken, die aus komplexen Interaktionen zwischen menschlichen Akteur:innen, Dingen, Bewegungen und Räumen entstehen.
In Bezug auf die Tagung werden Beiträge von verschiedenen Wissenschaftlern erwartet. Unter anderem wird Prof. Dr. Arndt Kiehnle einen Beitrag mit dem Titel „Dogmatik – Geschichte – Methode. Recht als Wissenschaft und die gegenwärtige Dogmatik“ im Tagungsband „Jan Schröder. Recht als Wissenschaft“ präsentieren. Zudem wird ein Podiumsgespräch zur Relevanz der Geisteswissenschaften im Kontext globaler Krisen geführt werden, bei dem Alisha Raissa Danscher von Urbane Künste Ruhr als Diskutantin auftritt.
Vielfältige Angebote und Diskussionen
Zusätzlich werden wissenschaftliche Aufsätze vorgestellt, die die Thematik weiter vertiefen. Dazu zählen unter anderem die Arbeiten von Ulrich Rehm und Laura Frölich, die sich mit historischen und sozialen Themen auseinandersetzen. Das Programm bietet auch einen Vortrag von Prof. Dr. Katharina Mersch, der sich mit umstrittenen Wahrheiten und dem Umgang mit Inquisitoren beschäftigt. Dieser Vortrag findet im Kontext der 45. Kölner Mediävistentagung statt, die für September 2026 geplant ist.
Mit dem bevorstehenden Thema „Shakespeare und Wahrheit“ verspricht die Frühjahrstagung nicht nur interessante Vorträge, sondern auch einen fruchtbaren Austausch über die Rolle von Wahrheitsansprüchen in der Literatur und darüber hinaus. Die Veranstalter, der RUB-Lehrstuhl für Anglistik sowie die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft Weimar, laden alle Interessierten ein, Teil dieser spannenden aufschlussreichen Diskussion zu werden.