Vom 8. bis 11. April 2026 fand in Krzyżowa, Polen, eine bemerkenswerte internationale Konferenz statt. An der Stiftung Kreisau für europäische Verständigung kamen 100 Delegierte aus verschiedenen professionellen Gedächtnisinstitutionen zusammen. Die Teilnehmenden rekrutierten sich aus Museen, Regierungsstellen, NGOs und Rundfunkanstalten. Im Fokus stand das Horizon-Europe-Projekt IMPULSE, präsentiert von Martin Gordon von der Fachhochschule für Kulturwirtschaft (FBKW).
Das IMPULSE-Projekt zielt darauf ab, mithilfe einer innovativen Virtual-Reality-Anwendung einen Zugang zur Geschichte zu ermöglichen. Diese Anwendung nutzt generative künstliche Intelligenz, um die verlassenen Räumlichkeiten der Auschwitz-Wäscherei in Bielsko-Biała, Polen, nachzubilden. Durch moderne Technologie wird eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart geschlagen.
Stätte des Widerstands
Die Konferenz fand an einem historischen Ort statt: einem ehemaligen Gutshof, der ein Zentrum der Kreisauer Anti-Nazi-Widerstandsbewegung während des Zweiten Weltkriegs war. Unter den führenden Köpfen dieser Bewegung waren Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenberg. Ihr Engagement und ihre Visionen sind bis heute ein Symbol für den Mut und die Zivilcourage, die Gegenwehr gegen totalitäre Systeme erforderten.
Im Rahmen der Veranstaltung hatten die Teilnehmer auch die Möglichkeit, das Schloss Książ zu besuchen, das mit dem wenig dokumentierten, aber bedeutsamen Nazi-Projekt „Riese“ in Verbindung steht. Diese Exkursion war mehr als nur eine Besichtigung; sie bot den Delegierten die Gelegenheit, sich mit einem Kapitel der Geschichte auseinanderzusetzen, das oft im Schatten anderer Ereignisse steht.
Geschichtliche Lücken und Herausforderungen
Ein zentrales Thema der Konferenz war der Mangel an Dokumentation, der auch die Geschichte der Wäscherei „Pederantie“ in Auschwitz betrifft. Diese Lücke stellt eine Herausforderung für Historiker und Institutionen dar, die sich mit der Aufarbeitung der Vergangenheit befassen. Das IMPULSE-Projekt versucht, diese Erinnerungen durch moderne Technologien lebendig zu halten und eine breitere Diskussion über Vergangenheitsbewältigung anzustoßen.
Insgesamt zeigt diese Konferenz, wie wichtig es ist, innovative Ansätze in der Geschichtsdidaktik zu finden. Durch den Einsatz von Virtual-Reality-Technologien sollen nicht nur historische Fakten vermittelt werden, sondern auch ein emotionales und immersives Erlebnis geschaffen werden, das den Teilnehmenden das Gefühl gibt, Teil der Geschichte zu sein.