Gletscherrisiken im Blick: Neue 3D-Modelle zeigen Klimawandel-Folgen!

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Die Universität Heidelberg erforscht mit innovativer Photogrammetrie die Gletscherdynamik und Klimarisiken am Monte Rosa.

Die Universität Heidelberg erforscht mit innovativer Photogrammetrie die Gletscherdynamik und Klimarisiken am Monte Rosa.
Die Universität Heidelberg erforscht mit innovativer Photogrammetrie die Gletscherdynamik und Klimarisiken am Monte Rosa.

Gletscherrisiken im Blick: Neue 3D-Modelle zeigen Klimawandel-Folgen!

Die Herausforderungen bei der Vermessung des Belvedere-Gletschers und der Monte Rosa-Ostwand stehen im Fokus eines aktuellen Projekts der Universität Heidelberg. Prof. Dr. Marcus Nüsser, der am Südasien-Institut (SAI) der Universität tätig ist, beschreibt die komplexen Methodiken, die angewendet werden, um die Gletscherdynamik in dieser schwer zugänglichen Region präzise zu dokumentieren. Im Rahmen dieser Forschung wurde die Technik der Structure-from-Motion-Photogrammetrie ausgewählt, die es erlaubt, hochauflösende 3D-Modelle des Geländes aus überlappenden Fotografien zu erstellen.

Hierzu werden Fotos aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen, ein Prozess, der als Multi-view Stereo bekannt ist. Helikopteraufnahmen spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie es ermöglichen, schwer zugängliche Fels- und Hängegletscher umfassend zu erfassen. Dies ist besonders wichtig, um dynamische Ereignisse wie Felsstürze, Schlammströme und Überschwemmungen zu beobachten, die durch den Klimawandel zunehmend an Relevanz gewinnen.

Wissenschaftliche Grundlagen

Die beschleunigte Wetterveränderung und die damit einhergehenden Risiken im Hochgebirgsraum sind die zentralen Forschungsthemen der letzten Jahre. Prof. Nüsser und sein Team untersuchen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher in der Region, wobei das 3D-Geländemodell eine präzise Darstellung der Gletscherdynamik bietet. Diese Arbeit wird durch die 4EU+ European University Alliance gefördert und beinhaltet auch eine enge internationale Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern von der Karls-Universität Prag und der Universität Mailand.

Ein bemerkenswerter Aspekt der angewandten Methoden ist der Einsatz von Consumer-Digitalkameras, was die Kosten für die Datenerfassung signifikant senkt. Die automatisierte Datenverarbeitung ermöglicht eine schnelle und effiziente Erfassung von 3D-Daten und stellt eine wichtige Innovation für die geomorphologische Forschung dar. Diese Techniken verbessern nicht nur die Präzision, sondern ermöglichen auch eine umfassendere Charakterisierung von Veränderungen im Landschafts- und Gletscherverhalten.

Projektergebnisse und zukünftige Perspektiven

Die Forschung am Belvedere-Gletscher und die Erstellung des 3D-Modells sind Teil eines umfassenderen Projektes, das sich intensiv mit den Veränderungen der Gletscherfronten beschäftigt. Dabei stellen Gletschermonitoring und die Dokumentation der Gletscherentwicklung nach wie vor zentrale Herausforderungen dar, besonders angesichts der Schwierigkeiten, schuttbedeckte oder blockgletscherartige Frontlagen korrekt zu vermessen. Das Projekt „Glacier4D“, das seit 2021 läuft, zielt darauf ab, photogrammetrische Methoden zu entwickeln, die eine nunmehr präzisere Kartierung ermöglichen.

Zudem wird in einem speziellen Themenheft der Fachzeitschrift AUC Geographica aktuelle Forschung zum Belvedere-Gletscher präsentiert. Die Arbeiten stehen im Kontext eines breiteren internationalen Dialogs über Klimafolgen und Naturgefahren, die die Alpenregion zunehmend betreffen.