Gesundheit der Studierenden: Alarmierende Studiendaten aus Potsdam!

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Die Umfrage „HAY! How Are You?“ an der Universität Potsdam untersucht die Gesundheit von Studierenden und deren Herausforderungen.

Die Umfrage „HAY! How Are You?“ an der Universität Potsdam untersucht die Gesundheit von Studierenden und deren Herausforderungen.
Die Umfrage „HAY! How Are You?“ an der Universität Potsdam untersucht die Gesundheit von Studierenden und deren Herausforderungen.

Gesundheit der Studierenden: Alarmierende Studiendaten aus Potsdam!

Aktuelle Studien zeigen, dass die mentale Gesundheit von Studierenden ein drängendes und vielschichtiges Thema ist. Vom 15. April bis zum 15. Juni 2025 führt die Universität Potsdam eine umfassende Gesundheitsbefragung unter ihren Studierenden durch. Diese Umfrage mit dem Titel „HAY! How Are You?“ hat das Ziel, einen besseren Überblick über die gesundheitlichen Herausforderungen der Studierenden zu gewinnen und belastende Faktoren in verschiedenen Studiengängen zu identifizieren. Verantwortlich für die Durchführung sind Mitarbeiterinnen des Studentischen Gesundheitsmanagements sowie Forschende der Professur für Sozial- und Präventivmedizin. Die Umfrage wird etwa 20 Minuten in Anspruch nehmen und richtet sich an die Studierenden der Universität Potsdam. Dies ist nicht die erste Befragung dieser Art; bereits in 2023 gab eine Voruntersuchung Aufschluss über die psychische Situation der Studierenden. Damals berichteten 36% der Teilnehmenden von erhöhten Depressionswerten. Besonders alarmierend ist, dass sich die Zahl der betroffenen Studierenden seit 2015 verdoppelt hat, wie eine Studie der Techniker Krankenkasse zeigt.

Zusätzlich zu den erfassten Depressionswerten wird in der aktuellen Erhebung auch das Stresserleben, Gesundheitsverhalten sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lebenssituation der Studierenden thematisiert. Die Befragung umfasst komplexe Themen, darunter die Finanzierung des Studiums und den Wohnraum. Ein Ziel der Studie ist es, ein Stakeholder-Gremium zu bilden, das Studierende, Universitätsleitung und Hochschulpolitik inkludiert, um langfristige Gesundheitsstrategien zu entwickeln. Langfristig ist geplant, Themen wie Resilienz, Stressbewältigung und mentale Gesundheit in den Lehrplan zu integrieren.

Psychische Gesundheit im Studium: Eine anhaltende Herausforderung

Die Herausforderungen für Studierende sind vielfältig und werden durch gesellschaftliche Faktoren wie soziale Medien sowie wirtschaftliche Unsicherheiten verstärkt. Der hohe akademische Druck, kombiniert mit finanziellen Belastungen, führt häufig zu Stress. Laut einer Studie von Herbst et al. (2016), die 18.000 Studierende in Deutschland befragte, berichteten 53% der Teilnehmenden von hohem Stress. Besonders betroffen sind Studentinnen und Studierende in spezifischen Fachrichtungen, wie Veterinärmedizin, Informatik oder Kunst. Darüber hinaus zeigt der BARMER Arztreport von 2018, dass 17% der Studienanfänger mindestens eine psychische Erkrankung aufweisen, was im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, in der nur 10% betroffen sind, auf eine besorgniserregende Situation hinweist.

Während einige Studierende erfolgreich mit den Herausforderungen umgehen, indem sie Strategien wie Achtsamkeit und Sport nutzen, ist der Zugang zu professioneller Unterstützung oft mit Barrieren verbunden. Viele scheuen sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen, aus Angst vor Stigmatisierung oder aufgrund von unzureichendem Wissen über vorhandene Hilfsangebote. Gleichzeitig zeigen alarmierende Statistiken, dass 25% der Studierenden suizidale Gedanken äußern und 10,6% innerhalb eines Jahres die Intensität dieser Gedanken steigern.

Handlungsbedarf und Lösungsansätze

Um dieser Situation entgegenzuwirken, sind effektive Lösungsansätze gefragt. Der Ausbau von Beratungsangeboten und die Förderung von Peer-Support-Gruppen könnten entscheidend zur Verbesserung des Zugangs zu Unterstützung beitragen. Darüber hinaus sind Aufklärungskampagnen notwendig, um das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu schärfen. Viele Studierende sind sich der Angebote innerhalb ihrer Hochschule nicht bewusst, wie eine Untersuchung zeigte, bei der lediglich 39% der Befragten die psychotherapeutischen Beratungsstellen kannten.

Eine muss klare Vision für die zukünftige Entwicklung der mentalen Gesundheitsförderung an Universitäten sein, die die enormen Herausforderungen ernst nimmt, vor denen Studierende stehen. Während der vergangenen Jahre hat die COVID-19-Pandemie die Lage weiter verschärft und die Lebensqualität vieler junger Menschen stark beeinträchtigt. Um die mentale Gesundheit während des Studiums zu fördern, sind ein interdisziplinäres Vorgehen und die Verankerung dieser Themen im Studienalltag unerlässlich. Die Universität Potsdam leistet hierin einen vielversprechenden Schritt, indem sie sich auf die Bedürfnisse ihrer Studierenden fokussiert und versucht, diese aktiv in die Gestaltung ihrer Studienbedingungen einzubeziehen.